UN ruft offiziell Hungersnot in Südsomalia aus

09. Februar 2016 - 14:15 Uhr

Ausweitung der Hungersnot befürchtet

Angesichts der entsetzlichen Zustände am Horn von Afrika haben die Vereinten Nationen nun offiziell eine Hungersnot ausgerufen. "Wenn wir nicht sofort handeln, wird sich die Hungersnot innerhalb der nächsten zwei Monate auf alle acht Regionen in Südsomalia ausweiten", sagte der UN-Koordinator für humanitäre Hilfe in Somalia, Mark Bowden, in Nairobi. Die Menschen in den Regionen Bakool und Lower Shabelle im Süden Somalias seien nicht mehr in der Lage, Nahrungsmittel zu finden. Ernten fallen aus und ansteckende Krankheiten breiten sich aus. Zusätzlich steigen die Lebensmittelpreise in der Region enorm an.

Hungersnot
Viele Menschen in Südsomalia fliehen in benachbarte Regionen, um zu überleben.
© REUTERS, FEISAL OMAR

Eine Hungersnot wird dann ausgerufen, wenn mehr als 30 Prozent der Kinder unterernährt sind und täglich zwei von 10.000 Menschen durch die Lebensmittelknappheit ums Leben kommen. Zuletzt war dies 2008 im Südsudan und 2000 in der Somali-Region in Äthiopien geschehen. Insgesamt seien bereits 3,7 Millionen Menschen allein in Somalia von der Krise betroffen. "Zehntausende sind schon gestorben, die meisten von ihnen Kinder", betonte Bowden.

Spenden: So können Sie helfen!

Das Welternährungsprogramm hat unterdessen große Schwierigkeiten die Menschen in Somalia zu erreichen, die am dringendsten Hilfe brauchen. Die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Rebellenmilizen und Regierung machen die Arbeit sehr schwer.

Die UN planen jetzt eine der größten Notfalloperationen ihrer Geschichte und werben um internationale Unterstützung. Unter anderem ist eine Luftbrücke nach Südsomalia im Gespräch - vor allem um Kindern, Müttern und schwangeren Frauen zur Hilfe zu kommen. Bis Ende September würden über 200 Millionen Euro gebraucht, um die Folgen der Dürre zu bekämpfen, aber diese Summe werde wahrscheinlich noch steigen. Ein Großteil dieser Summe wird wohl durch private Spenden aufgebracht werden müssen.

Josette Sheeran, die Direktorin des Welternährungsprogramms, dankte der Internationalen Gemeinschaft für die bisher geleisteten Soforthilfen. "Aber die Spenden müssen weitergehen, bis wir die Früchte unserer Bemühungen ernten", erklärte sie.

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