Mega-Emissionen

Oxfam-Studie zu CO2-Ausstoß: Reiche leben wie ökologische Vandalen

09. November 2021 - 9:08 Uhr

Reiche Menschen schaden dem Klima über alle Maßen

Auf der Weltklimakonferenz in Glasgow streiten die Länder darum, dass unsere Erde sich nicht um mehr als 2 Grad erwärmt. Am besten nur um 1,5 Grad. Dabei geht es besonders um Klimagerechtigkeit, denn die armen Länder tragen quasi nichts zum Klimawandel bei, erleiden ihn aber extrem. Die Hilfsorganisation Oxfam hat nun eine erschütternde Studie veröffentlicht, die die Emissionen von reichen Menschen in den Blick nimmt. Man kann sie schlichtweg ökologische Vandalen nennen. Denn ihre Emissionen überschreiten den Wert, der für die Erreichung des 1,5-Grad-Ziels nötig wäre, um das 30-fache. Superreiche sind sozusagen der Tod für unser Klima. Mit einem einzigen Weltraumflug verursache ein Milliardär mehr Emissionen, als jemand aus der ärmsten Milliarde Menschen in einem ganzen Leben zusammenbringe.

Im Video: Milliardär Richard Branson auf seinem ersten Weltraumflug

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Freifahrtschein für die Zerstörung unseres Klimas

Monaco: Jachten liegen im Hafen.
Luxusjachten im Hafen von Monaco
© dpa, -, nwi pil

Die reichsten zehn Prozent überschreiten 2030 den Wert voraussichtlich um das Neunfache. Dagegen bleiben die Pro-Kopf-Emissionen der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung auch 2030 weit unter der angestrebten 1,5-Grad-Grenze bei der Erderhitzung.

Das reichste ein Prozent – das sind weniger Menschen als die Bevölkerung Deutschlands – wird laut Oxfam bis 2030 für 16 Prozent der globalen Gesamtemissionen verantwortlich sein. Nafkote Dabi, Klimaexpertin bei Oxfam, sagte dazu: "Eine kleine Elite gönnt sich einen Freifahrtschein für die Zerstörung unseres Klimas." Dies habe katastrophale Folgen für Millionen Menschen, die bereits jetzt mit tödlichen Stürmen, Hunger und Not konfrontiert seien.

Tim Gore, Autor der Studie, fordert Konsequenzen für die Reichen: "Dazu gehören sowohl Maßnahmen zur Einschränkung des CO2-Verbrauchs für Luxusgüter wie Megajachten, Privatjets und private Raumfahrt, als auch zur Begrenzung klimaintensiver Investitionen wie Aktienbesitz in der fossilen Brennstoffindustrie."

Es gibt aber auch gute Nachrichten aus Großbritannien:

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Bill Gates so schlecht für das Klima wie 1.000 Inder

Bill Gates (l), Microsoft-Gründer, und Narendra Modi, Premierminister von Indien, am Rande des UN-Klimagipfels COP26 in Glasgow
Bill Gates kam auch zu UN-Klimakonferenz COP26 nach Glasgow geflogen. Hier spricht er mit Indiens Premierminister Narendra Modi. 2017 pustete Gates allein durch seine Flüge so viel CO2 in die Welt wie 1.000 Inder.
© dpa, Pib, zeus cul

Richtig kurios wird es, wenn man sich die Klimabilanz einzelner Menschen anschaut. Das hat Stefan Gössling von der Lund Universität in Schweden schon 2017 getan. Das Ergebnis ist verrückt: Bill Gates sammelte 2017 knapp 350.000 Flugkilometer. Das bedeutet, er war allein dadurch für 1.692 Tonnen CO2 verantwortlich. Das ist 1.000 Mal so viel wie ein Inder im Schnitt im Jahr emittiert. Bill Gates ist also so schädlich für das Klima wie 1.000 Inder.

Nicht viel besser sieht bei anderen Celebritys wie Jennifer Lopez oder Paris Hilton aus, die auch mehr als 1.000 Tonnen CO2 durch ihre Fliegerei verursachten. Und das waren nur die Flüge, die Gössling auf Twitter, Instagram und Facebook nachverfolgen konnte.

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(osc)