Auf Bustour zum UN-Klimagipfel in Madrid begleitet

RTL-Reporter von Klima-Aktivistin Leonie Bremer beeindruckt: „Ich werde definitiv weniger fliegen“

06. Dezember 2019 - 17:10 Uhr

Im Video: Fürs Klima mit dem Bus nach Madrid

Seit Dienstag ist RTL-Reporter Tobias Kollig mit der deutschen Aktivistin Leonie Bremer (22) unterwegs. Sie ist die bundesweite Sprecherin von Fridays for Future, studiert Umweltingenieurswesen und schreibt gerade ihre Bachelorarbeit über den IPCC Report. Nicht mit dem Flugzeug, sondern mit dem Bus sind Leonie und Tobias Kollig nach Madrid gefahren, um dort am UN-Klimagipfel teilzunehmen. Gemeinsam mit zahlreichen anderen Aktivisten, zu denen auch Greta Thunberg (16) gehört, kämpft Leonie für ein Ziel: Klimawandel abwenden. Für den RTL-Reporter eine Reise, die ihn nachhaltig beeindruckt.

„Sie gab ein Radio-Interview, schrieb ihre Bachelorarbeit weiter und verfasste einen Artikel für die taz“

Die Busfahrt von Köln nach Madrid dauerte ganze 29 Stunden. Für Tobias Kollig ein Erlebnis, das er zuletzt als Teenager hatte, als er mit einer Jugendgruppe unterwegs in die Sonne war. Für Leonie ist diese Art des Reisens nichts Neues, etwa zehn Mal im Jahr reist sie so.

Tobias Kollig erzählt: "Während der Busfahrt habe ich ab und zu mal ein Auge zu gemacht, wir waren ja wirklich lange unterwegs. Das kam für Leonie aber nicht infrage." Während der Fahrt habe sie nicht nur ihm ein Interview gegeben, sondern auch noch ein Radio-Interview, an ihrer Bachelor-Arbeit weitergeschrieben und einen Gastartikel für die "taz verfasst. "Einfach beeindruckend".

Vollzeitjob neben Vollzeitjob

Leonie Bremer
Leonie Bremer, Pressesprecherin von Fridays for Future Köln
© deutsche presse agentur

"Leonie hat seit circa einem halben Jahr keinen einzigen Tag frei gehabt. Klar, dass sie auch nach der langen Busfahrt keine Pause machte, sondern direkt weiter zum Klimagipfel fuhr", erinnert sich Tobias Kollig. An eine Pause in der WG, in der Leonie und fünf andere deutsche Aktivisten untergebracht sind, war gar nicht zu denken.

Erst abends, zwölf Stunden später, lernte Tobias die Gruppe ein bisschen näher kennen. "Man merkt richtig, dass Klima einfach deren Herzensthema ist. Sie machen diesen Vollzeitjob neben einem anderen Vollzeitjob, sind so tief in der Thematik und kämpfen alle mit Leidenschaft für ein gemeinsames Ziel."

„Wir arbeiten gerne für die Umwelt, aber die Umwelt ist ein scheiß Arbeitgeber“

Obwohl alle Aktivisten dasselbe Ziel verfolgen, sind sich auch alle Aktivisten über eins einig: "Wir arbeiten gerne für die Umwelt, aber die Umwelt ist ein scheiß Arbeitgeber." Keine Arbeitsschutzbestimmung, kein Gehalt, niemand, der darauf achte, dass man nicht zu lange arbeite. Für die Aktivisten am Ende aber kein Hindernis. Im Gegenteil. Tobias: "In Madrid ist mir vor allem eins aufgefallen: Das Miteinander ist viel größer, als in Deutschland. Bei uns sind viele schon sehr genervt, aber hier wollen alle gemeinsam eine bessere Welt schaffen. Das merkt man und das färbt ab."

Obwohl Tobias noch nicht ganz auf Fleisch verzichtet und auch ab und zu mit dem Flugzeug reist, möchte er gerne noch bewusster auf die Umwelt achten. "Ich versuche schon Plastikmüll zu vermeiden, nehme aber aus Madrid so viel mit, das Gefühl, das hier vermittelt wird, ist ansteckend. Ich werde definitiv in Zukunft weniger fliegen!"

Greta alleine ist nicht das Gesicht der Bewegung

Auch Greta Thunberg ist in Madrid. In der großen Gruppe der Aktivisten aber ist sie nur eine von vielen. Und überhaupt sei Greta nicht die Front-Figur, zu der sie besonders in Deutschland gemacht wird. "Die Aktivisten sehen in Greta eine von ihnen, die viel geschafft hat, aber deshalb nicht das Gesicht der Bewegung ist." Das seien alle, die sich an dem gemeinsamen Ziel beteiligen.