UN-Plan zur Corona-Krise

UN-Chef Guterres zu Corona: " Wir müssen schneller sein und viel mehr tun"

Der sonst zu diplomatischen Worten neigende UN-Generealsekretär Guterres wählt in der Corona-Krise  drastische Worte.
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01. April 2020 - 12:51 Uhr

Guterres: Klare Worte in der Krise

Als UN-Chef übt sich der Portugiese António Guterres eigentlich in ausgewogenen diplomatischen Worten. Doch angesichts der Herausforderungen der Corona-Krise greift er ganz überraschend zu drastischen Worten.

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UN-Generalsekretär: "Jetzt ist der Moment der Wahrheit"

Die Corona-Krise ist für UN-Generalsekretär António Guterres die größte Herausforderung an die Welt seit dem Zweiten Weltkrieg. Diese Herausforderung brauche daher eine "stärkere und effektivere Antwort", die nur in der Solidarität aller Beteiligten bewältigt werden könne, sagte Guterres zum Ende einer Videokonferenz am Dienstagabend in New York. "Die Welt steht vor einer noch nie dagewesenen Prüfung", sagte der UN-Chef. "Und jetzt ist der Moment der Wahrheit."

Der UN-Generalsekretär zeigte sich unzufrieden mit der schleppenden globalen Antwort im Kampf gegen das Coronavirus. "Wir bewegen uns langsam in die richtige Richtung, aber wir müssen schneller sein und viel mehr tun, wenn wir das Virus besiegen wollen." 

Unter anderem gebe es noch immer keine koordinierten Handlungen aller Länder unter Führung der Weltgesundheitsorganisation WHO. Deren Richtlinien würden in vielen Teilen der Welt noch immer nicht beachtet.

UN-Plan im Kampf gegen Corona

Guterres stellte einen UN-Plan vor, um der Corona-Krise und ihren sozialen sowie wirtschaftlichen Folgen zu begegnen: "Das Ausmaß der Antwort muss so groß sein wie das der Krise", sagte er. Die Details:

  • Im Zentrum steht die Zusammenarbeit und geteilte Verantwortung der Länder der Welt.
  • Nach UN-Angaben braucht es gerade für die Unterstützung der ärmeren Staaten ein Hilfspaket im Bereich von mehreren Billionen Dollar.
  • Zusammenarbeit auch im wissenschaftlichen Bereich: Alle Menschen brauchen gleichen Zugang zu entwickelten Impfungen und Behandlungsmethoden.
  • Soziale und wirtschaftlichen Auswirkungen vor allem auf die am schwersten Betroffenen müssen abgefedert werden. Dazu gehören unter anderem Frauen, ältere Menschen, Jugendliche und Arbeiter mit geringem Einkommen sowie kleine Unternehmen.