11. Dezember 2017 - 13:29 Uhr

"Den betroffenen Frauen zuhören "

"Ich glaube, dass jede Frau, die sich auf irgendeine Weise verletzt oder misshandelt gefühlt hat, jedes Recht hat, sich zu äußern" – so klar äußerte sich Nikki Haley, die amerikanische Botschafterin bei der UN, in einem Interview mit dem Sender CBS. Haley ist der Meinung, dass Belästigungsvorwürfe gegen US-Präsident Donald Trump nicht unter den Teppich gekehrt werden dürfen. Den betroffenen Frauen sollte stattdessen "zugehört" werden.

Über zehn Frauen werfen Donald Trump sexuelle Belästigung vor

Haley sagte, sie sei "unglaublich stolz" auf alle Frauen, die sich in den letzten Wochen getraut hätten, ihre schlimmen Erlebnisse öffentlich zu machen. Unter dem Hashtag #metoo hatten unzählige Frauen darauf aufmerksam gemacht, dass auch sie schon Opfer sexueller Gewalt wurden. Viele gingen auch mit konkreten Vorwürfen gegen Hollywoodgrößen wie Harvey Weinstein und andere Prominente an die Öffentlichkeit.

Auch US-Präsident werden sexuelle Übergriffe vorgeworfen – bisher von mehr als zehn Frauen. Die Vorfälle liegen zwar schon Jahre zurück, kamen aber erst im Rahmen des US-Wahlkampfs im vergangenen Jahr ans Licht.

Nikki Haley: "Frauen sollten nie eine Scheu haben müssen"

Im Wahlkampf hatte Donald Trump für Wirbel gesorgt, weil er damit geprahlt hatte, jeder Frau ohne Konsequenzen zwischen die Beine fassen zu können. Vorwürfe der sexuellen Belästigung wurden laut. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, bemühte sich später, die Wogen zu glätten: Das amerikanische Volk habe sich im November 2016 für Trump als Präsidenten entschieden und damit die vor der Wahl geäußerten Anschuldigungen zu den Akten gelegt, so Sanders.

Botschafterin Haley sieht das allerdings ein bisschen anders: "Ich weiß, dass er gewählt worden ist. Aber Frauen sollten nie eine Scheu haben müssen, an die Öffentlichkeit zu gehen. Und wir alle sollten bereit sein, ihnen zuzuhören."