UN-Bericht: In Syrien werden selbst Kinder in den Kampf gezwungen

Ein syrischer Rebel hält eine Waffe im Anschlag - auch Kinder wurden rekrutiert
Ein syrischer Rebel hält eine Waffe im Anschlag - auch Kinder wurden rekrutiert
© dpa, Str

16. Juni 2013 - 22:38 Uhr

"Sie werden getötet, verstümmelt, rekrutiert, inhaftiert, gefoltert"

Im syrischen Bürgerkrieg zwingen Regierungstruppen und Rebellen laut UN sogar Kinder in den Kampf. Den Rebellen wird vorgeworfen, Jugendliche im Alter zwischen 15 und 17 Jahren im Kampf gegen die Regierung, als Boten sowie für Hilfsarbeiten wie die Verpflegung einzusetzen. Vereinzelt gab es Berichte, dass auch Jungen um die 10 Jahre rekrutiert wurden, heißt es in einem Bericht von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon. Außerdem wurden Kinder als menschliche Schilde benutzt.

"Sie werden getötet, verstümmelt, rekrutiert, inhaftiert, gefoltert", sagt die UN-Sonderbeauftragte Leila Zerrougui über die Situation der Kinder in Syrien. Regierungstruppen versuchten Jungen mit sexueller Gewalt dazu zu bringen, Informationen preiszugeben. Kinder, zum Teil nicht älter als 14 Jahre, würden wie Erwachsene gefoltert, unter anderem mit Elektroschocks, Schlägen, Zwangshaltungen und sexueller Gewalt.

Syrien hält sich nicht an Zusagen

Ban erklärte, Regierung und Opposition hätten zugesagt, mit den Vereinten Nationen zusammenzuarbeiten, um die Verletzung von Kinderrechten zu stoppen. Beide halten sich nicht daran. Ban kritisierte außerdem, dass immer wieder auch Schulen angegriffen werden.

In den syrischen Bürgerkrieg sind nach UN-Angaben bereits mindestens 93.000 Menschen getötet worden. Mehr als 6.500 der Opfer seien Minderjährige gewesen - fast 1.730 von ihnen Kinder unter zehn Jahren. Jeden Monat würden dem seit mehr als zwei Jahren anhaltenden Bürgerkrieg mittlerweile zwischen 5.000 und 6.000 Menschenleben zum Opfer fallen - eine dramatische Steigerung im Vergleich zu durchschnittlich 1.000 Toten pro Monat noch im Sommer 2011.