Umweltschützer pochen auf Nachbesserungen beim Klimaschutz

04. Mai 2021 - 14:31 Uhr

Erfurt (dpa/th) - Nachbesserungen beim Klimaschutz hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Thüringen mit Blick auf den sogenannten Erdüberlastungstag gefordert. Dieser sei für Deutschland am 5. Mai, teilte die Umwelt- und Naturschutzorganisation am Dienstag mit. Dann habe die Bundesrepublik den Vorrat an natürlichen Ressourcen verbraucht, der ihr rechnerisch für das ganze Jahr zur Verfügung stehe. "Der frühe deutsche Erdüberlastungstag ist ein Alarmsignal und Folge der zögerlichen Klimapolitik der vergangenen Jahre - auch im Freistaat", sagte Robert Bednarsky, Landesvorsitzender des BUND Thüringen.

Thüringen hat zwar seit Ende 2018 ein eigenes Klimagesetz. Aber das Gesetz lasse Abweichungen zu, die die Klimaziele verwässerten, so die Kritik des BUND Thüringen. Die Erreichung der Klimaneutralität sei so erst in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts geplant. Dies sei unvereinbar mit den Pariser Klimazielen. Das Gesetz sieht auch Vorgaben zu den Treibhausgasemissionen nach 2030 vor. Diese sollen demnach bis 2040 um bis zu 80 Prozent und bis 2050 um bis zu 95 Prozent (jeweils im Vergleich zum Jahr 1990) reduziert werden.

"Wir fordern, die Energieversorgung im Freistaat bis 2035 vollständig mit Erneuerbaren Energien zu decken", sagte Bednarsky. Zudem sollten jährlich konkrete Ziele und Maßnahmen für die Reduktion von Treibhausgasen formuliert und deren Wirksamkeit überprüft werden.

Der Termin des Erdüberlastungstages wird jährlich vom Global Footprint Network, einer in den USA und der Schweiz ansässigen Denkfabrik errechnet. Er wird sowohl für einzelne Länder als auch für den gesamten Planeten angegeben. Ab dem errechneten Stichtag hat die Bevölkerung eines Landes - oder die Menschheit insgesamt - alle natürlichen Ressourcen verbraucht, die im Laufe eines Jahres erzeugt werden können.

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Quelle: DPA

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