Umweltminister bewertet Verbot von Schottergärten skeptisch

Reinhold Jost (SPD), Minister für Umwelt und Verbraucherschutz. Foto: Oliver Dietze/dpa/Archivbild
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26. Juli 2020 - 9:33 Uhr

Der saarländische Umweltminister Reinhold Jost (SPD) setzt bei der Förderung der Artenvielfalt eher auf Vorbilder statt auf Gesetze. "Verbote müssen das letzte Mittel der Wahl sein", sagte er mit Blick auf die Entscheidung in Baden-Württemberg, Schottergärten auf Privatgrundstücken gesetzlich verbieten zu wollen. Er wolle zunächst im Auge behalten, wie sich dieser Gesetzesvorstoß in der Praxis entwickeln werde.

In Eigentumsbestand einzugreifen, halte er für rechtlich schwierig. Alternativ wolle er daher lieber prüfen lassen, ob es möglich sei, in Neubaugebieten Steingärten zu verbieten. "Ich schließe nicht aus, dass wir über eine Gestaltungssatzung im Bebauungsplan solche Schottergärten verhindern können", sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Saarbrücken.

Positiv bewertete Jost den Ansatz aus Baden-Württemberg, beim Thema Insektensterben nicht allein die Bauern unter Generalverdacht zu stellen, sondern auch bei der Verantwortung der Bürger anzusetzen. "Ich freue mich, dass inzwischen viele Bundesländer, die mehr für den Insektenschutz tun wollen, auf den Dreh gekommen sind, dass es nicht nur in der Landwirtschaft Veränderungsbedarf gibt", so der Minister.

Bei der Agrarministerkonferenz im September in Weiskirchen, bei der Jost derzeit den Vorsitz hat, wolle er dieses Thema weiter vorantreiben. Auch andere Länder hätten dazu einige Expertisen vorgelegt. "Es ist gut, zu schauen, wer mit welchem Modell Erfolg hat", sagte der Umweltminister. Ein gesunder Wettbewerb schade da nicht. "Am Ende sind alle Gewinner, vor allem die Insekten."

Das Saarland setze bei der Stärkung der Artenvielfalt vor allem "auf Vernunft und auf gute Beispiele der öffentlichen Hand" - wie etwa Förderung für grüne Dorferneuerungsmaßnahmen, Modellprojekte für Siedlungsnaturschutz und ein Aktionsprogramm zum Insektenschutz.

Quelle: DPA