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Umwelt-Skandal in NRW: Hier hat BP jahrelang hochgiftige Abfälle entsorgt!

Schwere Vorwürfe gegen die Staatsanwälte

Umwelt-Skandal in NRW: Hier hat BP jahrelang hochgiftige Abfälle entsorgt!

ARCHIV - 07.01.2019, Nordrhein-Westfalen, Hünxe: Am Zaun der Tongrube Mühlenberg bei Hünxe warnt ein Schild vor dem unbefugten Betreten des Geländes. In der Tongube wurden jahrelang illegal Ölpellets und Raffinerierückstände entsorgt. Umweltministeri
Entsorgte Raffinerierückständen in einer Tongrube
gfh, dpa, Roland Weihrauch

"Wir haben Angst um unsere Gesundheit"

Es ist ein Umweltskandal, der Angst macht: Jahrelang wurden hochgiftige Abfälle der BP-Raffinerie in Gelsenkirchen illegal auf eine Bauschutt-Deponie gekippt. Den zuständigen Staatsanwälten wird vorgeworfen, nicht richtig ermittelt zu haben.

Öl-Pellets sind krebserregend

In einer ehemaligen Tongrube in Schermbeck (Nordrhein-Westfalen) liegt hochgiftiger Anfall. Die Anwohner machen sich große Sorgen: "Wir haben Angst um unsere Gesundheit und wir befürchten, dass das Trinkwasser hier in der Region massiv in Gefahr geraten kann." Der krebserregende Abfall, sogenannte Öl-Pellets, müsste natürlich als Sondermüll entsorgt werden. Doch das kostet jährlich Millionen, die BP nicht ausgeben will.

Deswegen ließ der Konzern zuerst die Ölklumpen jahrzehntelang in einem Kohlekraftwerk in Gelsenkirchen verbrennen. Als das Kraftwerk nicht mehr alle Öl-Pellets abnehmen wollte, soll BP den krebserregenden Abfall einfach in ein unbedenkliches Produkt umbenannt und dann günstig in der Schermbecker Tongrube entsorgt haben.

Staatsanwaltschaft hat neue Ermittlungen aufgenommen

Obwohl die gefährliche Trickserei in einem Prozess gegen einen Müllspediteur aufflog, ermittelte die Staatsanwaltschaft Bochum nicht gegen BP. Deshalb haben die Grünen jetzt Anzeige erstattet: "Den vier Staatsanwälten lagen Unterlagen vor, aus denen hervorging, dass die BP sich mit Hilfe einer Taskforce bemüht hat, die Ölpellets von einem gefährlichen in einen ungefährlichen Abfall umzuwandeln", sagt Ulrike Trick vom Stadtrat.

Mittlerweile hat die Generalstaatsanwaltschaft in Hamm die Ermittlungen übernommen. Seit 14 Tagen sind die Akten da. Ergebnis offen.