Umstrittener Wettbewerb: Florida bläst zur Python-Jagd

13. Januar 2013 - 20:10 Uhr

Mehr als 650 Jäger nehmen teil

Florida bläst zur Schlangenjagd. Nachdem sich riesige Tigerpythons in den vergangenen Jahren rasant in den Everglades ausgebreitet haben, hat die zuständige Behörde für wild lebende Tiere im US-Sonnenscheinstaat einen ungewöhnlichen Wettbewerb ausgeschrieben. Für einen Monat heißt es Feuer frei auf die Würgeschlangen - und das nicht nur im wahrsten Sinne des Wortes. Von Schrotgewehren über Messer und Macheten bis hin zu Fischhaken: Alles ist erlaubt beim "2013 Python Challenge", wie die Zeitung 'Herald-Tribune' schrieb.

Python-Jagd, Florida, Schlangen
Vor Beginn der Python-Jagd erklärt ein Ranger in Florida alle wichtigen Details.
© REUTERS, ROBERT SULLIVAN

Ziel ist es demnach, so viele Tigerpythons wie möglich zu vernichten. Wer das größte Exemplar erlegt, dem winkt ein Preis von 1.000 Dollar (rund 750 Euro). Der Jäger, der die meisten Tierleichen vorweisen kann, soll mit 1.500 (rund 1.125 Euro) Dollar belohnt werden. Der Zeitung zufolge haben sich mehr als 650 Jäger angemeldet, Profis und Amateure. Je 25 Dollar (18 Euro) hätten sie dafür hinblättern müssen, um mit von der Partie zu sein.

Tierschützer protestieren

Tierschützer, wie die Organisation PETA (People for the Ethical Treatment of Animals), sprechen von einer grausamen Aktion. Der Staat Florida argumentiert dagegen, dass sich die Riesenschlangen in den vergangenen Jahren im südlichen Sumpfgebiet so stark vermehrt haben, dass das instabile Ökosystem in Gefahr sei. Tatsächlich stellten Wissenschaftler im vergangenen Jahr fest, dass Säugetiere wie Waschbären, Opossums und heimische Rotluchse in den Everglades schon fast ganz ausgerottet seien - wegen der gefräßigen Eindringlinge aus dem Südosten Asiens.

Vermutet wird, dass die ersten Schlangen vor drei Jahrzehnten nach Florida eingeschleppt, als Haustiere gehalten und dann absichtlich oder versehentlich freigelassen wurden. Parkschützer haben zwischen 2001 und 2011 über 1.800 Riesenschlangen in den Everglades gefangen oder getötet. Aber manche Experten schätzen ihre Zahl auf mehr als 10.000.