Umstrittener Schritt: Sanitätern wegen Medikamentenabgabe gekündigt

30. November 2013 - 9:27 Uhr

Nur Angehörige dürfen Patienten spritzen

Eigentlich wollten sie nur helfen: Weil der Notarzt noch nicht vor Ort war, haben zwei Rettungssanitäter aus Franken Epilepsie-Patienten ein Medikament verabreicht, das ihnen das Leben rettete. Doch dafür wurden die Sanitäter nun fristlos entlassen, da sie gegen eine Vorschrift verstoßen haben.

Sanitäter retten Leben - Kündigung
Weil sie Epilepsie-Patienten eine Spritze verabreichten wurden die Sanitäter Werner Zurwesten und Wolfgang Braungard gekündigt.

Es war ein Wettlauf gegen die Zeit. Für Werner Zurwesten und Wolfgang Braungardt war jedoch nur eines wichtig: Leben zu retten - egal wie. Dafür haben sie alles gegeben und stehen jetzt vor dem Nichts. Werner Zurwesten wurde zu einem Patienten mit einem starken Epilepsie Anfall gerufen. Er entschied sich, ein Medikament zu spritzen, das den Krampf lindern sollte. Da offiziell ein Rettungsassistent das Medikament nicht verabreichen darf, sondern nur ein Notarzt, wurde Werner Zurwesten fristlos entlassen. Wolfgang Braungardt ging es nicht anders: Auch er soll einer Patientin das Epilepsie Medikament verabreicht haben und bekam die sofortige Kündigung. Beide Sanitäter sind entsetzt, denn sie haben immerhin das Leben zweier Patienten gerettet.

Der gemeinsame Arbeitgeber, das Bayerische Rote Kreuz, hält jedoch an der Kündigung fest. "Dieses Medikament darf in dieser Art der Anwendung nicht von einem Rettungsassistenten verabreicht werden, und deshalb müssen wir bei einem Verstoß arbeitsrechtliche Konsequenzen ziehen - das haben wir hier gemacht", so ein Pressesprecher.

Besonders kurios ist jedoch, dass das Medikament zwar nicht von Rettungsassistenten verabreicht werden darf, aber von Angehörigen der Epileptiker. Zumindest Wolfgang Braungardt will seine Kündigung im Januar vor dem Arbeitsgericht anfechten, Werner Zurwesten hat sich außergerichtlich mit dem BRK geeinigt.