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Polizist kniete auf 15-Jährigem - Video sorgte für Empörung

Umstrittener Polizeieinsatz in Düsseldorf: Verfahren gegen Beamte eingestellt

26. Februar 2021 - 20:14 Uhr

Keine Konsequenzen für beteiligte Polizisten

Ein 15-Jähriger liegt am Boden, auf ihm knien zwei erwachsene Polizisten – einer davon auf seinem Hals. Diese Szenen aus Düsseldorf sorgten im August 2020 für Entsetzen und Empörung in den sozialen Medien, es standen Vorwürfe wie Polizeigewalt von Rassismus im Raum. Nun wurde das Verfahren, das die Staatsanwaltschaft gegen die beteiligten Beamten geführt hatte, eingestellt. Ihnen drohen keine weiteren Konsequenzen. Zuerst hatte der "Kölner Stadtanzeiger" berichtet.

Jugendlicher soll die Polizisten damals angegriffen haben

Die Polizei hatte den Vorfall damals folgendermaßen dargestellt: Als die Polizisten gegen zehn Randalierer vorgehen wollten, habe der Jugendliche sich plötzlich "eingemischt, die Beamten bepöbelt, Faustschläge angedeutet und die Polizisten letztlich auch angegriffen". Mit dem eigentlichen Einsatz habe er damals nichts zu tun gehabt. Der Jugendliche war der Polizei allerdings in der Vergangenheit mehrfach wegen Gewalttaten und anderer Delikte aufgefallen.

Szenen aus Düsseldorf erinnerten an Fall von George Floyd

Das Video des Einsatzes, das seinerzeit von Augenzeugen ins Netz gestellt worden war, verbreitete sich damals rasant in den sozialen Medien. Auch eine Demonstration gegen Polizeigewalt fand als Reaktion auf den Vorfall statt. Manche verglichen die Situation mit dem Vorgehen der US-amerikanischen Polizei im Fall George Floyd – dieser war gestorben, nachdem sich ein Polizist auf seinen Hals gekniet hatte.

Innenminister Reul: Einsatz einwandfrei abgelaufen

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte damals zu dem Vorfall gesagt, er sei zunächst "erschrocken" gewesen. Nach vorläufiger Bewertung durch das zuständige Landespolizeiamt für Ausbildung sei der Einsatz aber einwandfrei abgelaufen. Er entspreche den in der Ausbildung vermittelten zulässigen Techniken, so Reul.

Staatsanwaltschaft: Beamte haben sich nicht rechtswidrig oder unverhältnismäßig verhalten

Gegen die vier Beamten war anschließend wegen des Anfangsverdachts der Körperverletzung im Amt ermittelt worden. Doch laut Staatsanwaltschaft bestätigte sich der Verdacht nicht. "Die Ermittlungen haben ergeben, dass ein rechtswidriger, unverhältnismäßiger Gewalteinsatz der beschuldigten Beamten nicht feststellbar war", sagte die Düsseldorfer Staatsanwältin Laura Hollmann. Laut "Kölner Stadtanzeiger" hätten die Nachforschungen einer Ermittlungsgruppe ergeben, dass die Einsatzkräfte bei der Festnahme die Vorschriften für Einsatztechniken eingehalten hätten. Dazu seien auch Überwachungskameras ausgewertet und unbeteiligte Augenzeugen befragt worden.

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