Polizeigewalt in Düsseldorf?

Video zeigt die umstrittene Festnahme in Düsseldorf: Jugendlicher ist erst 15 Jahre alt

18. August 2020 - 9:58 Uhr

Im Video zeigen wir die umstrittene Festnahme in Düsseldorf

Der Jugendliche, den die Polizei Düsseldorf bei einem umstrittenen Polizeieinsatz zu Boden drückte, ist gerade einmal 15 Jahre alt. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Ermittlerkreisen. Der Jugendliche war in der Altstadt von der Polizei festgenommen worden. Auf einem Twitter-Video ist zu sehen, wie ein Beamter dem am Boden liegenden Teenager ein Knie auf den Kopf drückt – die Szenen zeigen wir in unserem Video.

Wie Experten den Einsatz einschätzen – hier ab 16 Uhr im RTL.de-Livestream.

NRW-Innenministerium: „Wir nehmen dieses Video sehr ernst“

Die Behörden sprachen nach dem Vorfall nur von einem Jugendlichen, ohne sein Alter zu nennen. Innenministerium und Polizei kündigten an, den Fall zu untersuchen. "Wir nehmen dieses Video sehr ernst", sagte ein Sprecher des NRW-Innenministeriums. Die Ermittlungen hat aus Neutralitätsgründen die Polizei Duisburg übernommen.

Nach ersten Erkenntnissen wurde die Polizei am Samstagabend zu einem Restaurant in der Innenstadt gerufen, weil dort Randalierer für Unruhe sorgten. Der unbeteiligte 15-Jährige soll dann den Polizeieinsatz gestört haben. Als die Beamten seine Personalien aufnehmen wollten, soll der Jugendliche plötzlich die Beamten angegriffen haben. Er wurde überwältigt und zur Identifizierung auf die Polizeiwache gebracht. Danach sei er zurück in die Obhut seiner Eltern übergeben worden, wie die Polizei berichtete. Ob gegen ihn weiter ermittelt wird, ist noch unklar.

Video weckt Erinnerungen an George Floyd

Das Video von dem Polizeieinsatz verbreitete sich im Internet und sorgte für Aufruhr. Viele User fühlten sich an den Vorfall mit George Floyd erinnert. Der Afroamerikaner war bei einem brutalen Polizeieinsatz in den USA ums Leben gekommen, nachdem ein Beamter minutenlang auf seinem Hals gekniet hatte, obwohl Floyd immer wieder sagte, dass er nicht atmen könne. Der Vorfall hatte weltweit massive Proteste gegen Polizeigewalt und Rassismus ausgelöst.