Umstrittener indischer Sektenführer gestorben

15. Februar 2016 - 9:50 Uhr

Der umstrittene indische Sektenführer Sathya Sai Baba ist tot. Der 85-Jährige gehörte zu den bekanntesten indischen "Gurus" (spirituellen Lehrmeistern) mit mehreren Millionen Anhängern im In- und Ausland, darunter Filmstars, einflussreiche Geschäftsleute und Politiker. Wie indische Medien berichteten, starb Sathya Sai Baba am Sonntag in einem Krankenhaus im Süden des Landes.

Indiens Premierminister Manmohan Singh nannte den Guru mit der markanten Frisur im Afro-Look eine "ikonische Persönlichkeit", die Millionen inspiriert und beeinflusst habe. Seine Lehren hätten auf "universellen Idealen" wie Wahrheit, Redlichkeit, Friede, Liebe und Gewaltlosigkeit beruht. Singh würdigte in seiner Erklärung auch das Engagement des Gurus im Bildungs- und Sozialbereich.

Nach Bekanntwerden des Todes versammelten sich Tausende Trauernde vor der Klinik in Puttaparthi. In der Kleinstadt rund 150 Kilometer nördlich der IT-Metropole Bangalore befindet sich das Hauptquartier der Sekte, der Prashanthi Nilayam Ashram. Dort soll der Leichnam Sai Babas zwei Tage lang aufgebahrt werden. Die Polizei zog zusätzliche Einsatzkräfte zusammen, um des erwarteten Ansturms Herr zu werden.