Umstrittene Motorradtour: Polen stoppt 'Nachtwölfe'

Die polnischen Behörden lassen die Rocker vom russischen Motorradclub 'Nachtwölfe' nicht einreisen.
Die polnischen Behörden lassen die Rocker vom russischen Motorradclub 'Nachtwölfe' nicht einreisen.
© dpa, Andrey Stenin

28. April 2015 - 10:36 Uhr

Rocker am Grenzübergang Terespol stundenlang gefilzt

Die polnischen Behörden haben den Teilnehmern der umstrittenen Motorradtour des russischen Rockerclubs 'Nachtwölfe' nach Berlin die Einreise nach Polen verweigert. Das teilten die als kremlnah geltenden Biker in einem Internet-Blog mit. Die Gruppe habe nicht die formellen Kriterien zur Einreise erfüllt, meldete die polnische Agentur PAP. Zuvor seien die rund 20 Motorradfahrer von den polnischen Beamten am Grenzübergang Terespol stundenlang gefilzt worden, beklagte der Anführer des Trosses, Andrej Bobrowski.

"Sie nehmen uns ganz schön in die Mangel, durchsuchen alle Sachen bis zu jedem T-Shirt, Schlüssel und Schraubendreher", sagte er der Agentur Interfax. "Jeder von uns wird einzeln befragt." Zahlreiche polnische Motorradfahrer, die mit den 'Nachtwölfen' solidarisch sind, protestierten an der Grenze.

Polen wie auch Deutschland hatten den 'Nachtwölfen' mit einem Einreiseverbot gedroht. Die Rocker waren dennoch am Wochenende zu einer "Siegestour" in Richtung Berlin aufgebrochen, mit der sie an die Erfolge der Roten Armee im Kampf gegen Hitler-Deutschland erinnern wollen. Die polnische Regierung hatte die Tour als Provokation bezeichnet. Die Nachtwölfe gelten als Sympathisanten der prorussischen Separatisten in der Ostukraine.