Ausnahme bei eingeführter Bonpflicht

Dresden: Erste Bäckerei muss keine Kassenbons mehr ausgeben

© dpa, Jan Woitas, woi lop tba

14. Februar 2020 - 10:44 Uhr

Seit dem 1. Januar besteht eine Bonpflicht für alle Einzelhändler

Seit dem 1. Januar 2020 besteht eine Bon-Pflicht für alle Einzelhändler. Somit muss jeder Ladenbesitzer seinen Kunden einen Kassenbon ausgeben - ob sie wollen oder nicht. Das beißt sich jedoch vehement mit dem Nachhaltigkeitsbewusstsein, das sich auch in Deutschland verbreitet hat. Und so laufen unter anderem die Bäckereien Sturm. Das Dresdner Backhaus hat sich an das Finanzamt gewendet und einen Antrag auf Ausnahmeregelung gestellt - mit Erfolg. Die Bäckerei-Kette ist nicht mehr gezwungen, Kassenbons zu drucken.

Bisher liegt keine Begründung für die Genehmigung vor

Gegenüber MDR Sachsen erklärt Elisabeth Kreutzkamm-Aumüller, die Leiterin vom Dresdner Backhaus, dass der Antrag ungefähr zehn Zeilen lang gewesen sei und sie keine Begründung für den positiven Bescheid des Finanzamts Dresden-Süd erhalten habe. Ihrer Vermutung nach könne es an den Umsätzen liegen. Dass jeder Kunde im Schnitt für drei bis vier Euro einkauft, sei laut Kassensicherungsverordnung ein Grund für die Befreiung von der Kassenbonpflicht.

"Grüner Bon" gegen Papierflut im Saarland

Die Bäckerei in Dresden ist nicht allein mit ihrem Ärger über die durch Kassenbons entstehende Papierflut. Bei einem Bäcker im Saarland sollen Kunden ihren Beleg künftig über die App "Grüner Bon" auch digital auf ihr Smartphone bekommen können. "Unser Ziel ist es vor allem, etwas für die Umwelt zu tun", sagte Software-Entwickler Karl-Theodor Elig von der Saarbrücker Firma Fortiter der Deutschen Presse-Agentur. Bei Kunden, die sich die App auf ihr Smartphone heruntergeladen haben, kann der Kassierer auf Wunsch mit einem Scanner über einen QR-Code die Rechnung quasi in die Beleg-App des Kunden übertragen. Das Ausdrucken auf Papier wird durch den digitalen Bon damit überflüssig.

Kassenbons gehören nicht in den Papiermüll!

Kassenbons landen meist im Müll - das sollte allerdings nicht der Papiermüll sein, wie das Umweltbundesamt erklärt. Und auch Kinder sollten mit Kassenbons möglichst nicht spielen, rät das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Grund dafür ist, dass die Bons aus Thermopapier mit sogenannten Farbentwicklern bestehen.