Mindestens zwei Menschen durch Tiere infiziert

Umstrittene Aktion in den Niederlanden: Tausende Nerze wegen Corona-Gefahr getötet

06. Juni 2020 - 15:12 Uhr

Zwei Mitarbeiter von Zuchtbetrieben mit Corona infiziert

Nach dem Ausbruch von Corona bei Nerzen in den Niederlanden werden alle Pelztiere auf den betroffenen Farmen getötet. Das Landwirtschaftsministerium hatte die Räumung beschlossen, nachdem mindestens zwei Menschen durch Nerze mit dem Virus infiziert worden waren. Es handelte sich dabei um Mitarbeiter von Zuchtbetrieben.

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Tierschützer kämpfen erfolglos um Nerze

Als erster wurde am Samstag ein Betrieb in Deurne im Osten des Landes mit etwa 1.500 Nerzen und ihren Jungen geräumt, sagte eine Sprecherin der zuständigen Behörde. Mindestens acht Farmen sind betroffen. Sie befinden sich in der südöstlichen Provinz Brabant unweit der deutschen Grenze.

Tierschützer hatten versucht, die Räumung mit einer einstweiligen Verfügung zu verhindern. Ein Gericht hatte jedoch am Freitagabend grünes Licht gegeben. Das Ministerium befürchtet, dass die Pelztier-Farmen ein bleibender Infektionsherd sein könnten.

Die Tiere werden mit einem Gas getötet und die Kadaver dann von einem Spezialbetrieb vernichtet. Anschließen sollten die Ställe desinfiziert werden. Im Laufe der kommenden Tage sollten alle acht betroffenen Betriebe geräumt werden.

In den Niederlanden gibt es noch rund 150 Pelztierfarmen. Ab 2024 ist die Zucht von Nerzen nach einem Gerichtsurteil verboten.

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