Aktuelle Forsa-Umfrage für RTL

Deutsche befürworten sogar noch strengere Maßnahmen

31. März 2020 - 9:58 Uhr

Mehrheit der Deutschen würde härtere Maßnahmen mittragen

Seit gut einer Woche gelten in Deutschland drastische Ausgangsbeschränkungen, die die ungezügelte Verbreitung des Coronavirus eindämmen sollen. Natürlich stellen diese Maßnahmen einen eklatanten Einschnitt in die persönliche Bewegungsfreiheit der Bürger dar. Die Politik erklärt, die Maßnahmen seien absolut nötig, um eine unkontrollierte und folgenschwere Verbreitung des tödlichen Virus zu verhindern. Wie aber denken die Deutschen über die Maßnahmen? Werden sie akzeptiert oder als zu drastisch empfunden? Eine Forsa-Umfrage für RTL klärt auf.

Nur 10 Prozent wollen eine frühzeitige Lockerung der Corona-Maßnahmen

Noch mindestens drei Wochen werden die Ausgangsbeschränkungen in Deutschand gelten. Überraschend: Mehr als die Hälfte der Bürger (55%) befürwortet sogar schärfere Maßnahmen. Nur 42 Prozent lehnen dies ab. Die geringste Zustimmung kommt von den Wählern der FDP (41%). Unter den verschiedenen Altersklassen gibt es kaum Differenzen. Ob 18- bis 29-Jährige oder über 60-Jährige - mehrheitlich würden die Deutschen noch schärfere Maßnahmen mittragen.

Nur 10 Prozent der Befragten plädieren für eine vorzeitige Lockerung. 88 Prozent der Bürger halten die geltenden Maßnahmen für richtig. Im Osten sind 84 Prozent der Meinung, die Ausgehbeschränkungen sind richtig, im Westen sind es mit 89 Prozent etwas mehr. 

Interessant ist der Blick auf die verschiedenen Altersgruppen: Denn von den 18- bis 29-Jährigen sind 95 Prozent der Überzeugung, dass die Maßnahmen richtig sind. Die Hochrisikogruppe der über 60-Jährigen ist nur zu 88 Prozent dieser Meinung.

Leichte Skepsis bei Überwachung der Smartphone-Daten

Der Blick auf die Parteien zeigt, dass Anhänger von Grünen (94) und SPD (93) am stärksten von der Richtigkeit der Maßnahmen überzeugt sind. FDP-Anhänger (83) und Wähler der AfD (79) fordern am ehesten Lockerungen.

Etwas geringer ist die Zustimmung bei der Frage, ob die Maßnahmen über den 20. April hinausgehen sollten. Aber immer noch 76 Prozent der Befragten sind für eine Verlängerung der Ausgehbeschränkungen, wenn sie der Ausbreitung des Virus entgegenwirkt. 

80 Prozent der Bürger sind dafür, dass der Bund im Kampf gegen die Corona-Pandemie mehr Kompetenzen erhält, damit Entscheidungen schneller gefällt werden können. Von den AfD-Anhängern bejahten nur 60 Prozent diese Frage. 

Bei der Überwachung der eigenen Bewegung durch das Smartphone sind die Deutschen skeptisch. Nur 62 Prozent wären bereit, den Behörden persönlichen Daten zur Verfügung zu stellen. Hier sind die Anhänger der FDP mit 51 Prozent Zustimmung am wenigsten kooperativ.