Mehrheit will Verbot in deutschen Innenstädten

Gefährliche Silvester-Böller: Ist bald Schluss mit der privaten Knallerei?

27. Dezember 2018 - 19:25 Uhr

60 Prozent sind für Böller-Verbot in Innenstädten

Eine Mehrheit der Bundesbürger wünscht sich einer Umfrage zufolge Feuerwerksverbote in deutschen Innenstädten. Fast 60 Prozent von mehr als 5.000 Befragten würden die unkontrollierte, private Knallerei verbieten, so ein Online-Meinungsforschungsinstitut im Auftrag der Funke-Mediengruppe. Die Zustimmung sei unter Frauen dabei etwas größer als unter Männern.

Auch Ärzte warnen vor Böllern

Vor einem Jahr glichen einige Innenstädte in der Silvesternacht Kampfzonen: Ärzte, Sanitäter, Feuerwehrleute und Polizisten wurden mit Böllern und Raketen angegriffen. Deshalb spricht sich auch der leitende Oberarzt der Berliner Charité, Tobias Lindner, für ein Verkaufsverbot von Feuerwerksraketen an Laien aus. Pyrotechnik gehöre nicht in die Hände einer breiten Öffentlichkeit. Immer mehr Städte haben das Böllern daher bereits in bestimmten Gebieten verboten: Düsseldorf und Dortmund zum Beispiel, aber auch Hannover, Bremen oder Nürnberg.

Warnung vor illegalen Silvesterraketen

Wer Böller und Silvesterraketen kaufen will, muss mindestens 18 Jahre alt sein. Gekauft werden darf nur, was von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung, kurz BAM, zugelassen ist. Die Fachleute des BAM und auch der Zoll warnen vor illegalen Böllern aus dem Ausland: Die Knallkörper seien unberechenbar und könnten zu schweren Verletzungen führen. Vor allem an der deutsch-polnischen Grenze werden immer mehr illegale Feuerwerkskörper sichergestellt.