Umfrage: SPD schmiert gnadenlos ab – nur noch 16 Prozent

16. Februar 2018 - 13:17 Uhr

Eine Quittung nach der anderen für die SPD

Die SPD muss dringend zur Ruhe kommen. Nach dem vielen Hin und Her seit dem Abend der Bundestagswahl zwischen keine Große Koalition und vielleicht doch Große Koalition, dem Tauziehen um Minister- und Parteiämter, der GroKo-Dauerfehde zwischen Jusos und Parteispitze bekommen die Sozialdemokraten eine Quittung nach der anderen. Von den anderen Parteien bekommt die SPD für ihren Schlingerkurs kräftig Spott, die Wähler wenden sich reihenweise von den Genossen ab. Das Vertrauen in die Sozialdemokraten scheint aufgebraucht.

Die Genossen liegen nur noch einen Prozent vor der AfD

Knapp eine Woche vor ihrem Mitgliederentscheid über eine neue große Koalition ist die SPD in der Wählergunst auf ein Rekordtief abgesackt. In einer Umfrage von Infratest Dimap kommen die Sozialdemokraten nur noch auf 16 Prozent. Das sind zwei Punkte weniger als Anfang Februar. Der Wert ist der schlechteste, den die SPD in einer Umfrage bisher erzielt hat.

Sie liegt damit nur noch einen Prozent vor der AfD, die sich um einen Punkt auf 15 Prozent verbesserte. Die Union erreicht 33 Prozent. Die FDP verliert einen Punkt und landet bei neun Prozent. Die Linke bleibt stabil bei elf Prozent; die Grünen verbessern sich um zwei Punkte auf 13 Prozent. Dass Andrea Nahles als neue Parteivorsitzende das Ruder für die SPD wieder herumreißen kann, glaubt nur ein Drittel der Befragten, knapp die Hälfte traut ihr das nicht zu.

Nur Gabriel kann punkten

Wer also soll die SPD retten? Der bisherige und zukünftige Koalitionspartner CDU hat Vertrauen in Nahles. "Wenn ich überhaupt jemandem zutraue, die SPD aus ihrem gegenwärtigen Tief zu führen, dann Andrea Nahles", sagte Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU).

Positive Umfragewerte erreicht die SPD nur bei einer Personalie, und das ist Sigmar Gabriel. Ausgerechnet also derjenige, den die Sozialdemokraten angeblich nicht unbedingt am zukünftigen Kabinettstisch sehen möchten. Nach einer Umfrage von Kantar Emnid für die Zeitungen der Funke Mediengruppe wünschen sich 54 Prozent der Deutschen, dass Gabriel Außenminister bleibt, falls es zu einem neuen Schwarz-roten Bündnis kommt. Die in der SPD alternativ gehandelten Kandidaten Heiko Maas und Katarina Barley landeten weit abgeschlagen bei 13 beziehungsweise sieben Prozent.