"Arbeit im Haushalt ist ein ordentlicher Beruf"

Umfrage: Putzkräfte werden zu wenig wertgeschätzt

Haushaltshilfen genießen immer noch ein geringes Ansehen in Deutschland.
Haushaltshilfen genießen immer noch ein geringes Ansehen in Deutschland.
© dpa, Ralf Hirschberger, h pzi lre kde gfh

20. Februar 2019 - 8:12 Uhr

Putzkräfte haben ein Imageproblem

Eigentlich werden sie dringend gebraucht, trotzdem haben Putzkräfte in Deutschland ein Imageproblem. Arbeiten wie Fußböden wischen, Toiletten putzen oder Wäsche waschen werden von vielen zu wenig wertgeschätzt. "Die Gesellschaft hat noch nicht anerkannt, dass Arbeit im Haushalt ein ordentlicher Beruf ist", beklagte der Präsident des Berufsverbands Hauswirtschaft, Frank Wickert-Meuser.

Schlechte Bezahlung und miese Behandlung

Auch eine repräsentative Forsa-Umfrage kam zu diesem Ergebnis: Rund 70 Prozent der Befragten gaben an, dass Haushaltshilfen nur ein geringes Ansehen genießen. 73 Prozent waren der Meinung, dass Arbeiten im Haushalt viel zu schlecht bezahlt würden. Die Bochumer Minijobzentrale hatte die Umfrage bei dem Meinungsforschungsinstitut in Auftrag gegeben.

Doch schlechte Bezahlung ist nicht das einzige, womit Reinigungskräfte zu kämpfen haben. Sie würden oft auch schlecht behandelt, meint Wickert-Meuser. Und das, obwohl sie einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft leisten. "Das bisschen Haushalt macht sich von allein - ist definitiv nicht zutreffend", sagte der Präsident des Berufsverbands Hauswirtschaft.

Viel Berufstätige und Ältere sind auf Haushaltshilfen angewiesen

Und dann müssen sich die Arbeitskräfte im Haushalt auch noch kritische Blicke gefallen lassen. Elf Prozent der Männer und 22 Prozent der Frauen waren in der Umfrage überzeugt davon, dass sie hauswirtschaftliche Tätigkeiten selber besser erledigen könnten als jede Haushaltshilfe. Jeder Zweite hält die Beschäftigung einer Putzhilfe für Luxus.

Die Zahl der angemeldeten Minijobber in Privathaushalten steigt. Denn immer mehr Menschen können oder wollen nicht mehr selber putzen. Zwölf Prozent aller Haushalte in Deutschland beschäftigen eine Haushaltshilfe. Gerade Berufstätige und Ältere sind häufig darauf angewiesen. "Setzt sich die Entwicklung unserer Gesellschaft fort, werden Haushaltshilfen in Zukunft nicht nur alltäglich, sondern unverzichtbar sein", erklärte Heinz-Günter Held, Geschäftsführer der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See. Mittlerweile ist es in manchen Regionen richtig schwierig, überhaupt noch Putzhilfen zu finden.

Ein kleines bisschen Hoffnung, dass sich das Image der Putzkräfte langsam verbessert, gibt es aber auch. Immerhin meinten 51 Prozent der Befragten, dass das Ansehen von Haushaltshilfen in den letzten 20 Jahren insgesamt gestiegen ist.