Umfrage zur Auswirkung des Corona-Lockdowns

Jeder zweite Händler befürchtet das Aus

Kieler Innenstadt während des Corona-Lockdowns im Januar 2021 weitgehend leere Straßen -;Kieler Innenstadt während des C
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12. Januar 2021 - 17:38 Uhr

Der Lockdown als Dolchstoß für den Handel in unseren Innenstädten?

Wenn es nicht weitere staatlichen Hilfen geben wird, fürchtet gut jeder zweite vom Lockdown betroffene Händler 2021 das Aus fürs eigene Unternehmen. Das ergab eine Umfrage des Handelsverbandes Deutschland (HDE). Demnach gaben unter 1500 vom Lockdown betroffenen Textil-, Schmuck-, Spielwaren- und Sportartikelhändlern 23 Prozent der Befragten an, ihr Geschäft ohne weitere Hilfen voraussichtlich bereits im ersten Halbjahr aufgeben zu müssen.

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Handelsverband fordert politische Nachbesserungen bei Corona-Hilfen

Weitere 28 Prozent rechneten ohne zusätzliche staatliche Unterstützung mit einem Aus im zweiten Halbjahr. Besonders pessimistisch waren die Händler in den Innenstädten. Hier befürchteten sogar 58 Prozent, ihr Geschäft noch in diesem Jahr dicht machen zu müssen.

Rund 80 Prozent der Händler gehen der Umfrage zufolge davon aus, dass die derzeitigen Hilfsmaßnahmen nicht zur Existenzsicherung reichen. "Wenn Minister Scholz die in Aussicht gestellten Überbrückungshilfen jetzt schnell überarbeitet und die Beantragungskriterien besser an die Lage des Einzelhandels anpasst, dann gibt es noch eine Chance, das Schlimmste zu verhindern", sagt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Neue Vertriebswege bringen nicht annähernd so viel Umsatz wie vorher

Um im Lockdown zu überleben, setzt der Handel verstärkt auf alternative Vertriebswege wie Online-Marktplätze, Lieferservices oder Click&Collect-Angebote, bei denen die Kunden Waren im Internet reservieren und dann im Laden abholen. Auch neue Kommunikationswege, wie etwa über Social Media, werden genutzt, teilt der HDE mit.

Allerdings könne dies den Ausfall des regulären Geschäftsbetriebs nicht wettmachen. So komme der weitaus größte Anteil der Unternehmen, die Click&Collect-Angebote machten, damit lediglich auf Umsätze zwischen einem und fünf Prozent des normalen Volumens, berichtet die dpa.

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