Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft

Unternehmen in Deutschland werden familienfreundlicher

17. September 2019 - 14:12 Uhr

Beim Thema Familienfreundlichkeithat sich etwas bewegt

Eine bessere Vereinbarkeit von Job und Familie, das wünschen sich viele Arbeitnehmer. Und im Bereich Familienfreundlichkeit hat sich in deutschen Firmen tatsächlich einiges getan, wie eine neue Umfrage zeigt. Doch die Befragung belegt auch: Viele Arbeitnehmer nutzen Möglichkeiten wie Home Office oder Teilzeitmodelle nicht – aus Angst um ihre Karriere.

Kind als Karrierekiller?

Wie eine Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag des Bundesfamilienministeriums unter Beschäftigten und Managern ergab, bewerteten im Jahr 2018 sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer die Familienfreundlichkeit ihre Firmen positiver als noch drei Jahre zuvor. Zudem sagen mehr Firmen von sich, sie böten Teilzeitmodelle, Home Office oder Sabbaticals an. Die Zahl der Manager, die der Meinung sind, familienfreundliche Maßnahmen seien für ihr Unternehmen wichtig, ist ebenso gestiegen. Zudem sagen mehr Firmen von sich, sie würden männliche Mitarbeiter ausdrücklich ermutigen, in Elternzeit zu gehen.

Die Umfrage zeigt aber auch, wo es noch hakt: Knapp 43 Prozent der Beschäftigten würden die angebotenen familienfreundlichen Maßnahmen in ihrer Firma gern stärker nutzen, tun das aber nicht, weil sie unter anderem Karrierenachteile oder Missgunst bei den Kollegen befürchten.

Unterstützung bei der Kinderbetreuung nimmt zu

Eltern die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu erleichtern haben sich viele Unternehmen auf die Fahne geschrieben. Zu diesem Ergebnis kommt auch eine Umfrage des Magazins "Eltern". Von März bis Juni 2019 befragte eine Agentur im Auftrag der Zeitschrift bundesweit 141 Betriebe zu ihrer Familienfreundlichkeit. 98 von ihnen erzielten mit fünf oder vier Sternen Gesamtbewertung die Bestwerte.

Demnach nehme unter anderem die Unterstützung bei der Kinderbetreuung zu. So werde zum Beispiel Arbeit im Home Office immer üblicher: 88 Prozent der Firmen, die an der Umfrage teilnahmen, bieten diese Möglichkeit an. 2018 waren es noch 81 Prozent der Unternehmen. Zudem werden vermehrt Zuschüsse für die Kinderbetreuung gezahlt und auch die Einrichtung von Eltern-Kind-Büros nimmt zu.

Ministerin Giffey: Familienfreundlichkeit ist nicht nur "nice to have"

Trotz all dieser Maßnahmen appelliert Familienministerin Franziska Giffey (SPD) an die Wirtschaft, sich noch mehr um Familienfreundlichkeit zu bemühen. In Zeiten von Fachkräftemangel sei das nicht "nice to have", sondern ein Wettbewerbsvorteil, so die Ministerin. "Wir sollten in Deutschland dahin kommen, dass die Familienbelange der Beschäftigten als Teil der Personalstrategie in Unternehmen fest verankert werden."