Umfrage: Das denken die Deutschen über den Rücktritt von Mesut Özil

23. Juli 2018 - 19:13 Uhr

Mesut Özil verlässt die Nationalmannschaft

Als die deutschen Fußballnationalspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan sich zu einem Pressetermin mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan trafen und ihm handsignierte Trikots überreichten, schlug das bereits hohe Wellen. Mesut Özil hat nun erstmals eine Stellungnahme abgegeben und ist aus der Nationalmannschaft zurückgetreten. In einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL haben die Deutschen ihre Meinung zu dem Fall geäußert.

Haben Sie von Mesut Özils Stellungnahme und dem Rücktritt bereits etwas gehört oder gelesen?

86 Prozent der Deutschen haben diese Frage mit "Ja" beantwortet. Unter den Fußballinteressierten haben sogar 92 Prozent den Rücktritt des Nationalspielers mitbekommen.

Finden Sie es richtig, dass Mesut Özil aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft zurückgetreten ist?

66 Prozent der Bundesbürger finden es richtig, dass Özil zurückgetreten ist. Von den Fußballinteressierten begrüßen das sogar 75 Prozent.

Mesut Özil hat die Stellungnahme auf Englisch verfasst. Finden Sie das in Ordnung?

Die Mehrheit der Befragten (67) Prozent meint, dass Özil seine Stellungnahme auf Deutsch hätte verfassen müssen. Dass er sich auf Englisch zu der Erdogan-Affäre geäußert hat, finden nur 26 Prozent in Ordnung.

Hätte Mesut Özil sich Ihrer Meinung nach bereits früher zu dem gemeinsamen Auftritt mit Erdogan äußern müssen?

84 Prozent der Deutschen und 91 Prozent derjenigen, die sich für Fußball interessieren, sind der Ansicht, dass Özils Stellungnahme zu spät kam.

Mesut Özil betont in seiner Stellungnahme, dass es ihm bei seinem Foto mit dem türkischen Präsidenten Erdogan nicht um Politik oder um Wahlen ging, sondern darum, das "höchste Amt des Landes seiner Familie zu respektieren". Glauben Sie das?

Diese Frage haben nur 31 Prozent der Deutschen mit "Ja" beantwortet. 61 Prozent nehmen Mesut Özil nicht ab, dass es ihm nicht um Politik ging.

Mesut Özil übt auch scharfe Kritik an den Medien, die seiner Ansicht nach seine Herkunft und ein Bild als Erklärung für eine schlechte Weltmeisterschaft einer kompletten Mannschaft hernehmen. Hat Mesut Özil mit dieser Kritik Recht oder geht diese Kritik an den Medien zu weit?

49 Prozent der Befragten glauben, dass Özils Kritik an den Medien zu weit geht. Immerhin 43 Prozent der Deutschen geben dem Ex-Nationalspieler Recht und meinen, dass die Medien zu weit gegangen sind.

Mesut Özil wirft den Medien auch Rassismus vor. Sehen Sie das auch so oder haben die Medien berechtigte Kritik an Özil geübt?

Nur 19 Prozent der Befragten können Özils Rassismusvorwurf gegenüber den Medien nachvollziehen. Die Mehrheit (70 Prozent) ist der Ansicht, dass berechtigte Kritik an Özils Verhalten geübt wurde.

Mesut Özil kritisiert auch den DFB für sein Verhalten und bemängelt die fehlende Unterstützung. Was meinen Sie: Hätte der DFB Mesut Özil in der Öffentlichkeit stärker unterstützen und schützen müssen?

In diesem Punkt ist eine knappe Mehrheit der Deutschen auf Özils Seite. 39 Prozent meinen, dass der DFB ihn mehr hätte unterstützen müssen. 38 Prozent sind der Ansicht, dass der DFB sich richtig verhalten hat.

Manche fordern inzwischen den Rücktritt von DFB-Präsidenten Reinhard Grindel. Stimmen Sie dieser Forderung zu?

39 Prozent der Deutschen und sogar 50 Prozent der Fußballinteressierten finden, dass Grindel zurücktreten sollte. Nur 33 Prozent der Deutschen meinen, dass das nicht nötig ist.

Manche sind der Ansicht, dass der Rücktritt Özils aus der Nationalmannschaft auch einen Rückschlag für die Integrationsbemühungen in Deutschland bedeutet. Sehen Sie das auch so?

Diese Frage haben nur 21 Prozent der Deutschen mit "Ja" beantwortet. 76 Prozent aller befragten meinen, dass man Özils Rücktritt nicht überbewerten sollte.