Um Elektromüll zu verringern

EU will für Verbraucher ein „Recht auf Reparatur“ einführen

Elektroschrott
© dpa, Bernd Thissen

11. März 2020 - 22:18 Uhr

Lang lebe das Elektrogerät!

Alle zwei Jahre ein neues Handy, ein neuer Fernseher, ein neuer Laptop - der Elektroschrott wird immer mehr. Die Europäische Kommission will deshalb jetzt bei den Herstellern ansetzen. Verbraucher sollen ihre Geräte leichter reparieren lassen und sogar Geräte mieten können.

EU-weit 2,5 Milliarden Tonnen Elektromüll im Jahr

Im Betriebshof der Abfallentsorgung Leipzig stapeln sich alte Röhrenfernseher. Mehrere Männer sortieren Gerät um Gerät von LKWs in einzelne Container. Allein hier fallen jährlich 290.000 Tonnen an. Das sind umgerechnet fünf Kilo pro Kopf. EU-weit sind das gleich 2,5 Milliarden Tonnen. Umgerechnet wiegt der Müll so viel wie 250.000 Eifeltürme. Und die Menge soll in den kommenden Jahren steigen. Die Weltbank prognostiziert, dass die globale Müllproduktion bis 2050 um 70 Prozent wachsen würde, wenn sich das Konsumverhalten nicht ändert.

EU will Lebensdauer von Elektrogeräten verlängern

Die Europäische Kommission will das nun verhindern. Die Lebensdauer von Elektrogeräten soll erhöht werden und damit die Müllmenge reduziert. Auch wenn umstritten ist, woher die Wegwerfbewegung kommt, stehen die Hersteller in Verdacht, extra Schwachstellen einzubauen, damit das Gerät früher erneuert und damit ein neues gekauft wird. Die Industrie streitet das ab und schiebt es auf die Verbraucher: Die hätten einfach Lust auf neuartige Geräte.

Dennoch beobachtet auch Susanne Zohl, Sprecherin der Stadtreinigung Leipzig: "Man kennt es von zu Hause. Man hat die Geräte von DDR-Zeiten, die einwandfrei funktioniert haben. Und wenn man sich heute die Geräte anschaut, gehen sie nach vier oder fünf Jahren kaputt." Auch zu beobachten: Batterien lassen häufig relativ schnell nach, und die Kosten für eine Reparaturen sind hoch - oder Ersatzteile fehlen ganz.

Vorschriften für die Konstruktion von Handy und Co.

zur Vermeidung von Müll und zur Schonung natürlicher Ressourcen hat die EU-Kommission nun offiziell vorgestellt. Der Grundsatz: Die Geräte sollen so gebaut werden, dass sie leichter auseinandergebaut und damit repariert werden können.

Der Verbraucher soll die Möglichkeit haben, etwa Akkus austauschen zu können oder Updates sollten auch bei veralteten Geräten angeboten werden. Damit der Verbraucher schon beim Kauf über die Nachhaltigkeit des Geräts entscheiden kann, sollte der Hersteller darüber informieren, wie lange Smartphone, Tablet und Laptop haltbar sind und wie sie repariert werden können.