Ultra-orthodoxer Jude fliegt als Plastiksack verpackt in Flugzeug mit

User im Internet spekulieren, warum sich dieser ultra-orthodoxe Jude in einen Plastiksack gehüllt hat.

13. April 2013 - 12:23 Uhr

"Das hat mit der Frau nichts zu tun"

Wie weit darf Religion gehen? Diese Frage stellt sich bei der Betrachtung dieses Bildes zwangsläufig. Ein Internet-Nutzer veröffentlichte das Foto gestern auf der Social-News-Seite 'reddit'. Sein Kommentar zu dem Bild: "Ein orthodoxer Jude in einem Flugzeug mit einer Frau – deshalb muss er sich mit einem Plastiksack verhüllen." In dem Forum entbrannte eine heftige Debatte – mehr als 2.545 Kommentare wurden abgesetzt.

"Das hat mit der Frau nichts zu tun", schreibt ein User. "Er ist ein Cohen, ein heiliger jüdischer Priester, dem es verboten ist, einen Friedhof zu betreten oder zu überfliegen." Egal welche persönlichen Beweggründe oder religiösen Bestimmungen den Mann zu dieser Handlung bewogen haben, wird das radikale Auftreten ultra-orthodoxer Juden für die jüdische Gesellschaft immer mehr zum Problem.

So berichtete die israelische Zeitung 'Haaretz' bereits 2008 von ersten Problemen mit ultra-orthodoxen Juden auf Flügen der israelische Airline El Al. Demnach werde die Fluglinie zunehmend mit Anfragen ultra-orthodoxer Männer bombardiert, die nicht neben Frauen sitzen wollen.

Frauen ist es verboten, an der Klagemauer zu beten

Diese radikale Ausprägung des Judentums propagiert eine strikte Geschlechtertrennung in der Öffentlichkeit. Welche Auswirkungen das hat, zeigen die jüngsten Zwischenfälle an der Klagemauer in Jerusalem. Dort kämpft eine Gruppe von Jüdinnen um ihr Recht, an der Klagemauer zu beten. Das ist ihnen aber eigentlich verboten. Der Rabbi der Klagemauer hatte das mit Verweis auf althergebrachte, religiöse Praktiken so verfügt und die israelische Polizei muss diese Vorgabe laut einem Richterspruch zufolge nun umsetzen.

So konnten die Frauen der Gruppe 'Women of the Wall' (Frauen der Mauer) in den vergangen zwei Jahren nicht ein einziges Mal beten, ohne dass eine von ihnen festgenommen worden wäre – binnen sechs Monaten wurde 48 Frauen von der Polizei abgeführt. Der Staat Israel habe den Rabbinern die Herrschaft über die Mauer überlassen, und die nutzten diese Macht nun, um ihre Sicht auf das Judentum durchzusetzen, kritisiert eine der 'Mauer-Frauen'.

Noch bis Januar 2011 gab es in Israel etwa 60 sogenannter 'Mehadrin'-Busse, die vor allem von Ultra-Orthodoxen benutzt wurden. In diesen strikt koscheren Bussen mussten Männer vorne und Frauen im hinteren Teil sitzen. Nach einem Richterspruch weisen Schilder nun darauf hin, dass Frauen ihren Platz im Bus frei wählen können.