Kathrins Vater trauert: "Meine Tochter kommt nicht mehr"

Haftstrafe für Todes-Raser bestätigt: Drei Jahre Haft für Tod von Stefan (16) und Kathrin (24)

24. Januar 2019 - 12:29 Uhr

Vater der getöteten Kathrin: "Er zeigt keine Reue"

Zu viert im Auto, der 28-jährige Fahrer am Steuer des hochmotorisierten Wagens will beweisen, wie gut er das Auto bei höchster Geschwindigkeit unter Kontrolle hat. Das schlägt fatal fehl: Bei Tempo 200 hebt der Wagen an einer Kuppe ab, schlägt in Bäume am Straßenrand ein. Die 24-jährige Freundin des Fahrers und ein 16-Jähriger sterben, ein weiterer Mitfahrer wird schwer verletzt, Todesfahrer Patrick D. selbst leicht. Vor seinem Tod hat der 16-Jährige gefilmt, Teile seiner Aufnahmen sind im Video oben zu sehen. Sie dienen im Revisionsprozess am Landgericht Ulm als Beweismittel, die Richter bestätigen das Urteil des Amtsgerichts.

Drei Jahre Haft, plus vier Jahre und vier Monate Führerscheinentzug

Das Amtsgericht Ulm verurteilte Patrick W. zu drei Jahren Haft und Führerscheinentzug. Die Verteidiger des 28-Jährigen hatten eine Bewährungsstrafe gefordert, sie gingen nach Urteilsverkündung in Revision. Im Berufungsprozess haben die Richter am Landgericht Ulm die Haftstrafe bestätigt. Und damit den Angehörigen der Getöteten eine große Sorge genommen.

Der Vater der getöteten Kathrin fürchtete, dass Patrick D. eine mildere Strafe bekommen könnte. "Er zeigt keine Reue", sagte Helmut Oswald im Interview. "Meine Tochter kommt nicht mehr. Das ist vorbei." Mindestens grob fahrlässig habe der 28-Jährige mit dem Leben seiner Mitfahrer gespielt. Wo auf einer Landstraße 80 Stundenkilometer erlaubt sind, fuhr er bei der Todesfahrt über 200 Stundenkilometer. Dass Patrick D. sich bewusst war, was er tat, zeigen seine Aussagen im Video oben. So sieht es Helmut Oswald, das Urteil des Landgerichts im Berufungsprozess widerspricht dieser Sichtweise nicht. Die Richter erhöhten die Dauer des Führerscheinentzugs von vier Jahren und vier Monaten auf fünf Jahre.