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Ulm: Berufung im Raser-Prozess – Vater der toten Freundin fürchtet milderes Urteil

Doch keine Haftstrafe für Todesfahrt von Kathrin (24) und Stefan (16)?

Berufung im Raser-Prozess: Vater der toten Freundin fürchtet milderes Urteil

Vater der getöteten Kathrin: "Er zeigt keine Reue"

Zu viert im Auto, der 28-jährige Fahrer am Steuer des hochmotorisierten Wagens will beweisen, wie gut er das Auto bei höchster Geschwindigkeit unter Kontrolle hat. Das schlägt fatal fehl: Bei Tempo 200 hebt der Wagen an einer Kuppe ab, schlägt in Bäume am Straßenrand ein. Die 24-jährige Freundin des Fahrers und ein 16-Jähriger sterben, ein weiterer Mitfahrer wird schwer verletzt, Todesfahrer Patrick D. selbst leicht. Vor seinem Tod hat der 16-Jährige gefilmt, Teile seiner Aufnahmen sind im Video oben zu sehen. Sie dienen im Revisionsprozess am Landgericht Ulm als Beweismittel.

Update: Urteil im Berufungsprozess gefallen.

Drei Jahre Haft: milderes Urteil in Revision?

Das Amtsgericht Ulm verurteilte Patrick W. zu drei Jahren Haft und vier Jahren und vier Monaten Führerscheinentzug. Die Verteidiger des 28-Jährigen hatten eine Bewährungsstrafe gefordert, sie gingen nach Urteilsverkündung in Revision. Im Berufungsprozess kann der Verurteilte keine höhere Strafe erhalten. Es bleibt bei drei Jahren Haft oder die Strafe wird abgemildert, wie ein Sprecher des Landgerichts bestätigte.

Die 24-jährige Kathrin starb im Auto des Todesfahrers. Ihr Vater fürchtet, dass Patrick D. tatsächlich eine mildere Strafe bekommen könnte. "Er zeigt keine Reue", sagt Helmut Oswald im Interview. "Meine Tochter kommt nicht mehr. Das ist vorbei." Mindestens grob fahrlässig habe der 28-Jährige mit dem Leben seiner Mitfahrer gespielt. Wo auf einer Landstraße 80 Stundenkilometer erlaubt sind, fuhr er bei der Todesfahrt über 200 Stundenkilometer. Dass Patrick D. sich bewusst war, was er tat, zeigen seine Aussagen im Video oben. So sieht es Helmut Oswald, das Urteil des Landgerichts im Berufungsprozess ist am Donnerstagmittag gefallen.