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Ulm: 5 Frühchen mit Morphium vergiftet - Krankenschwester in Untersuchungshaft

Spritze im Spind überführte mutmaßliche Täterin

Fünf Babys mit Morphium vergiftet: Haftbefehl gegen Ulmer Krankenschwester

Fünf Babys mit Morphin vergiftet: Haftbefehl gegen Ulmer Krankenschwesterr Klinik. (zu dpa: «Krankenschwester unter Verdacht: Säuglingen Morphium verabrecht?» vom 29.01.2020) Foto: Stefan Puchner/dpa +++ dpa-Bi
Fünf Babys mit Morphin vergiftet: Haftbefehl gegen Ulmer Krankenschwester
puc lof bwe cul, dpa, Stefan Puchner

Krankenschwester unter Verdacht

Die Krankenschwester soll fünf Frühchen auf der Säuglingsstation des Ulmer Universitätsklinikums Morphium verabreicht haben - ohne jede medizinische Notwendigkeit. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Haftbefehl wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung in fünf Fällen gegen die Frau beantragt. Die Krankenschwester bestreitet die Tat. Sie sitzt inzwischen in Untersuchungshaft.

Ermittlungen stehen noch am Anfang

Die Ermittlungen stehen noch am Anfang, sagte Christof Lehr von der Staatsanwaltschaft Ulm auf einer Pressekonferenz. Derzeit werde geprüft, ob auf der betreffenden Station Morphium fehle. Hierfür gäbe es einen Anfangsverdacht.

Die zu früh geborenen Babys litten in den Morgenstunden des 20. Dezember 2019 nahezu zeitgleich an lebensbedrohlichen Atemproblemen. Untersuchungen ergaben, dass ihnen ein Betäubungsmittel verabreicht wurde, wie die Klinik erläuterte. Dank eines raschen Eingreifens des Krankenhauspersonals sei dies aber nach ärztlicher Einschätzung für die Kinder weitgehend folgenlos geblieben.

Spritze mit Morphium gefunden

Ermittler hatten am Dienstag Räumlichkeiten von Personen durchsucht, die im fraglichen Zeitraum zum Dienst auf der Frühgeborenenstation eingeteilt waren. Dabei fanden sie im Spind der tatverdächtigen Schwester eine Spritze mit Muttermilch, die Morphium enthielt. Inzwischen sind alle Ärzte und Pfleger befragt worden, auch die verdächtige Krankenschwester. Sie streitet die Tat ab. Weitere Details - auch zu einem möglichen Motiv - nannte die Staatsanwaltschaft nicht. Die Frau sitzt wegen der besonderen Schwere der Tat und einer möglichen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft.

"Wir bedauern es sehr, dass es zu einem solchen Zwischenfall gekommen ist, und entschuldigen uns ausdrücklich bei den Eltern und Kindern dafür", erklärte der Leitende Ärztliche Direktor, Professor Udo Kaisers am Mittwoch.