T-Frage zwischen Neuer und ter Stegen

Hoeneß drohte Löw mit Bayern-Boykott

Der frühere Präsident des FC Bayern München, Uli Hoeneß (l) und Bundestrainer Joachim Löw stehen auf der Tribüne. Foto: Marc Müller/Archiv
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25. September 2019 - 9:03 Uhr

Hoeneß: "Löw werden schon die Ohren klingeln"

In der T-Frage 2.0 zwischen Manuel Neuer und Marc-Andre ter Stegen ist Uli Hoeneß offensichtlich komplett durchgedreht. Für den Fall eines Torwartwechsels von Neuer zu ter Stegen drohte der Bayern-Boss mit einem Nationalelf-Boykott der Münchner Spieler. "Bevor das stattfindet, werden wir keine Nationalspieler mehr abstellen", sagte Hoeneß der 'Sport Bild' schon nach dem Champions-League-Spiel der Bayern gegen Roter Stern Belgrad vergangene Woche.

Bayern wird Torwart-Wechsel "niemals akzeptieren"

Ein Vier-Augen-Gespräch mit Joachim Löw lehnte Hoeneß ab. Der Bundestrainer werde "jetzt schon hören, was wir alles gesagt haben, dem werden schon die Ohren klingeln", polterte der 67-Jährige.

Die Situation zwischen Neuer und ter Stegen erinnere ihn zwar nicht an die Ablösung Oliver Kahns durch Jens Lehmann vor der WM 2006, so Heoneß. Aber: "Wir werden das nie akzeptieren, das hier ein Wechsel stattfindet."

Ter Stegen war doch bloß enttäuscht

Hoeneß hatte sich schon zuvor wortgewaltig in die Torwart-Diskussion - die für Löw eigentlich gar keine ist - eingemischt. Der Bayern-Patron griff dabei nicht nur den DFB, sondern auch ter Stegen an. Dabei hatte der Torhüter des FC Barcelona nach den EM-Quali-Spielen gegen Holland (2:4) und Nordirland (2:0) lediglich seine Enttäuschung geäußert, nicht gespielt zu haben.

Neuer unterstellte ter Stegen daraufhin indirekt mangelndes Teamplay, was wiederum die Nummer 2 im DFB-Kasten "unpassend" fand. Der Mini-Schlagabtausch animierte die Bayern-Bosse offenbar zum Poltern.

Erst forderte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge "mehr Dankbarkeit" für Neuer. Dann begannen die Tiraden des Ulrich Hoeneß, der unter anderem von einer "westdeutschen Presse" fabulierte, die ter Stegen massiv unterstützte, während die "süddeutsche Presse" Neuer fallen lasse.

Löw "ganz entspannt"

Löw reagierte am vergangenen Wochenende gänzlich unbeeindruckt auf das ganze Bohei rund um seine Torhüter. "Von so was lasse ich mich nicht beeinflussen. Das lässt mich völlig entspannt in die Zukunft blicken", sagte der 59-Jährige der 'Bild am Sonntag'.

Der Bundestrainer hatte schon Ende 2018 betont, dass Neuer bis zur EM 2020 auf jeden Fall seine Nummer 1 im Tor sei.