Ukraine: Waldbrand bei Tschernobyl ist unter Kontrolle

30. April 2015 - 10:10 Uhr

Feuer könnte radioaktive Partikel aufwirbeln

Beim Waldbrand in der Nähe des 1986 havarierten Atomkraftwerks Tschernobyl haben die ukrainischen Behörden die Flammen nach eigenen Angaben weitgehend unter Kontrolle gebracht. Das Feuer breite sich nicht mehr weiter aus, teilte Zivilschutz-Chef Sorjan Schkirjak in Kiew mit. "Die Strahlung entspricht der Norm, es besteht keine Gefahr", sagte er.

Waldbrand in der Nähe des havarierten Atomkraftwerks Tschernobyl
Der Waldbrand in der Nähe des zerstörten Atomkraftwerks Tschernobyl soll unter Kontrolle sein, teilte der Zivilschutz mit.
© dpa, Roman Pilipey

Russische Umweltschützer hatten gewarnt, dass eine radioaktive Rauchwolke vom Wind bis nach Weißrussland getragen werden könnte. Am 26. April 1986 war der vierte Reaktor des Atomkraftwerks Tschernobyl explodiert. Große Flächen in der Nähe der Anlage sind bis heute verstrahlt. Der Waldbrand könnte nun radioaktive Partikel aufwirbeln.

Als Ursache für das Feuer vermuten die Behörden Brandstiftung oder Fahrlässigkeit. Rund 300 Helfer beteiligten sich an den Löscharbeiten. Zeitweise hatten die Flammen eine Fläche von rund 400 Hektar erfasst. Die Regierung sprach vom schwersten Waldbrand bei Tschernobyl seit 1992. Derzeit wird ein neuer Sarkophag für die Anlage zum Schutz vor Strahlung gebaut. Bei einer Geberkonferenz in London zur Finanzierung der neuen Betonabdeckung soll Geld für das bis 2017 geplante Bauprojekt gesammelt werden.