Ukraine: Tote bei Raketenangriff auf Flüchtlingskonvoi

19. August 2014 - 8:56 Uhr

Genaue Zahl der Opfer noch unklar

Bei einem Raketenangriff auf einen Flüchtlingskonvoi im Osten der Ukraine ist nach Angaben von Militär und Separatisten eine unbekannte Zahl von Menschen getötet worden. Armee und Aufständische wiesen sich gegenseitig die Schuld zu. "Die Wucht der Attacke war so groß, dass die Menschen bei lebendigem Leib in den Fahrzeugen verbrannten - sie konnten sich nicht selbst befreien", sagte Militärsprecher Anatoli Proschin dem ukrainischen Rundfunksender '112.ua'.

Die Busse hätten Flüchtlinge aus der Stadt Luhansk transportiert. Ein anderer Militärsprecher erklärte, die Separatisten hätten Grad-Raketen und Mörsergranaten auf die Wagenkolonne abgefeuert. "Wir warten auf Nachricht, wie viele Menschen umgekommen sind", sagte er. Unter den Toten seien viele Frauen und Kinder. Die Aufständischen wiesen jede Schuld von sich. "Die Ukrainer selbst bombardieren die Straße dauernd mit Kampfjets und Grads", sagte der Vize-Ministerpräsident der selbsternannten Volksrepublik Donezk, Andrej Purgin.

Offenbar hätten die Soldaten dabei nun Zivilisten getötet. "Wir haben nicht die Fähigkeit, Grads in diese Region zu schießen", betonte Purgin. Militärangaben zufolge wurde der Konvoi in der Gegend um die Orte Chriaschtschuwatje und Nowoswitliwka getroffen. Derzeit fliehen etwa 500 Menschen pro Tag aus Luhansk, der zweiten großen Stadt neben Donezk, die die Separatisten noch unter Kontrolle haben. Armee und Aufständische kämpfen seit Monaten um Luhansk, dessen Einwohner seit zwei Wochen weitgehend von der Strom- und Wasserversorgung abgeschnitten sind. Die Regierungstruppen haben Luhansk weitgehend von der Außenwelt abgeriegelt und in der Stadt einige wichtige Stellungen wieder eingenommen.