Abhängige Eltern wohnten mit ihm in verwahrlostem Haus

Ukraine: Polizisten retten Jungen (4) aus Drogen-Hölle

12. September 2019 - 9:55 Uhr

Spritzen, schmutzige Lumpen und Schutt liegen auf dem Boden der Zimmer. In den Wänden klaffen Löcher, die Fensterscheiben fehlen. Es ist ein trostloser Anblick, den die Ruine in der ukrainischen Stadt Zaporizhia bietet. Die Polizisten des Ortes trauten ihren Augen kaum, als sie sahen, dass hier ein vierjähriger Junge mit seinen drogensüchtigen Eltern hauste. 

Ukraine: Junge aus Drogen-Haus nutzte Spritzen und Zigarettenstummel als Spielzeug

"Das Horror-Haus" nennt die Zeitung "The Sun" das alte Hostel, in dessen Nachbarschaft der Junge namens Vsevolod durch die Straßen streunte. Das Kind soll in Mülltonnen nach Essen gewühlt haben. Anwohner fragten den Jungen in der dreckigen Kleidung nach seinen Eltern, doch er habe kaum sprechen können, heißt es in dem Bericht. Schließlich sah eine Frau, wie Vsevolod öfter mit seinen Eltern in der Ruine verschwand, und informierte die Polizei.

"Das Kind lebte in erschreckenden Verhältnissen", beschreibt eine Sprecherin lokalen Medien zufolge die Situation. "Seine Eltern sammelten Essen und Dinge aus Mülltonnen und stopften alles in ein Zimmer. Es herrschte ein fürchterlicher Gestank." Als die Polizei das Gebäude durchsuchte, fanden sie Vsevolod bei seinen betrunkenen Eltern auf einer siffigen Matratze. "Das Kind spielte mit dreckigen Spielsachen, Spritzen und Zigarettenstummeln."

Ukraine: Läuse, ein verschleppter Infekt und Mangelernährung

Im Krankenhaus diagnostizierten die Ärzte bei dem Jungen eine Mangelernährung. Er hatte Läuse, einen verschleppten Virusinfekt und Hautkrankheiten. "Er bekommt jetzt die nötige medizinische Hilfe, die er braucht, und ist nicht länger in Lebensgefahr", zitiert die "Sun" Irina Kozhevnikova, die Leiterin des örtlichen Kinderkrankenhauses.

Im Krankenhaus habe Vsevolod zum ersten Mal in seinem Leben ein Malbuch und Stifte gesehen. Die Polizei leitete ein Verfahren gegen seine Eltern ein. Den Ermittlungen zufolge sollen sie vor drei Monaten in die Ruine geflüchtet sein, um zu verhindern, dass die Behörden ihnen den Jungen wegnahmen. "Die Eltern gaben das Geld, das sie für den Jungen erhielten, für Alkohol und Drogen aus, so Natalia Sivoraksha, die sich um verwahrloste Kinder kümmert.

Ukrainischer Junge aus Ruine: Die Mutter schlug ihn oft

Vsevolod soll jetzt in einem Kinderheim untergebracht werden, bis ein Gericht entscheidet, wie es mit ihm weitergeht. "Die sadistische Mutter schlug ihn oft", sagt Sivoraksha. "Aber Vsevolod liebt sie trotz der fürchterlichen Umstände und wartet darauf, dass sie ihn besucht." Sein Vater soll ausgesagt haben: "Alles war in Ordnung, bis die Polizei kam und uns den Jungen wegnahm."