Ukraine: Separatisten stellen ihre eigenen Forderungen - Genf ist weit weg

28. April 2015 - 15:14 Uhr

Die Einigung in Genf - in Donezk wird sie belächelt

Wie können die Forderungen des Friedensplans umgesetzt werden? Kein leichter Weg für die Ukraine - denn die Separatisten vor Ort scheinen sich darum nicht zu kümmern, weigern sich, die Waffen niederzulegen - und stellen ihre eigenen Regeln auf. RTL-Reporter Oliver Beckmeier besuchte die pro-russischen Kräfte im Osten des Landes.

Ukraine, Donezk
Separatistenführer Denis Pushilin weigert sich, die Waffen abzugeben
© REUTERS, BAZ RATNER

Die Stimmung ist aggressiv. "Hör auf zu filmen und mach die Kamera aus", schreien sie. So wie sich die pro-russischen Separatisten benehmen, fällt es schwer, an eine Einigung zu glauben.

Die Einigung in Genf - hier in Donezk wird sie belächelt. Separatistenführer Denis Pushilin gibt eine Pressekonferenz - nur deswegen dürfen Journalisten in das besetzte Gebäude. Es gilt die strikte Anweisung nur in diesem Raum zu filmen. Sie werden ihre Waffen behalten, sagt Pushilin. Und dann stellt er eigene Bedingungen: "Wir werden das Gebäude erst räumen, wenn die Übergangsregierung in Kiew zurücktritt und auch das Lager auf dem Maidan verschwindet."

RTL-Reporter Beckmeier: Deeskalation klingt anders

Die Lage hier in der Ost-Ukraine wird von Tag zu Tag schwieriger - und die Barrikaden vor den besetzten Gebäuden höher. In einem Hotel, knapp zwei Kilometer entfernt, tritt wenig später Präsidentschaftskandidatin Julia Timoschenko überraschend vor die Presse. Durch ihre Krankheit sichtlich geschwächt, hat sie dennoch die Kraft, den pro-russischen Demonstranten offen zu drohen.

"Wenn die Milizen sich nicht aus den besetzten Gebäuden zurückziehen, dann hat die ukrainische Regierung das Recht, mit Waffengewalt gegen die Separatisten vorzugehen und sollte das auch tun."

Entspannung oder Deeskalation klingt anders. Die Ukraine ist auf einem schwierigen Weg.