Nach drei Wochen von Polizei entdeckt

Ukraine: Mutter gräbt Flucht-Tunnel für Sohn im Knast - jetzt droht ihr selbst Haftstrafe

Der Einstieg in den Flucht-Tunnel, die eine Mutter in der Ukraine für ihren Sohn gegraben hat
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04. August 2020 - 17:43 Uhr

51-Jährige wollte ihren Sohn aus lebenslanger Haft befreien

Ein Klassiker der (verfilmten) Knast-Fluchten: Tunnel graben. Doch in diesem Fall geht es nicht um einen Film, sondern um einen realen Fall, der viele Drehbuch-Autoren den Boden unter den Füßen wegziehen könnte. In der Ukraine hat eine Mutter in nächtelanger Arbeit einen Tunnel zu einem Gefängnis gegraben, um ihren dort lebenslang einsitzenden Sohn zu befreien. Doch ein Happy End, wie im perfekten Film, gibt es für Mutter und Sohn nicht.

Mutter nach drei Wochen von Polizei erwischt

Die Mutter soll in drei Wochen, in denen sie um unentdeckt zu bleiben immer nur nachts arbeitete, einen zehn Meter langen Tunnel in drei Meter Tiefe gegraben haben. Wie der ukrainische TV-Sender TCH weiter berichtet, soll das Bauwerk der Gefängnismauer schon sehr nahe gekommen sein. Doch bevor die Hoffnung auf die Mutter-Sohn-Wiedervereinigung ganz groß werden konnte, erwischte die ukrainische Polizei die engagierte Fluchthelferin. Jetzt droht ihr selbst eine Haftstrafe – in einem Frauengefängnis und nicht bei ihrem Sohn.

Die Mutter zog den Medienberichten zufolge in ein Haus in der Region Saporischschja, um näher am Gefängnis ihres Sohnes zu sein. Tagsüber soll sie sich im Haus aufgehalten haben, um den Nachbarn möglichst wenig aufzufallen. Abends fuhr sie laut dem TCH-Bericht dann mit einem Elektroroller zu ihrer Tunnel-Baustelle im Dorf Kamyanske nahe der Großstadt Dnipropetrowsk. Nacht für Nacht, bis sie entdeckt wurde und ihrem filmreifen Plan so ein jähes Ende gesetzt wurde.