UKE will mit neuer Professur Tierversuche reduzieren

Ein Grundlagenforscher zeigt künstliches menschlichen Herzgewebe. Foto: Axel Heimken/dpa
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12. Dezember 2019 - 16:02 Uhr

Ein Schritt zur Reduzierung von Tierversuchen: Das Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) richtet eine neue Professur ein, um Wege zur Verringerung von Tierversuchen zu erforschen. Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) sprach am Donnerstag von einem "wichtigen Signal". Mit der Professur gehe es darum den Fortschritt in der Medizin und gleichzeitig den Tierschutz voranzutreiben. "Unser Ziel ist es, die Anzahl an Tierversuchen am UKE und in der Medizin insgesamt zu reduzieren und perspektivisch ganz abschaffen zu können." Allerdings sagte auch sie am Donnerstag, dass es noch sehr lange dauern könnte bis auf alle Tierversuche verzichtet werden könne.

Die neue Professur soll nach Angaben des UKE für das Fachgebiet Refinement, Reduction, Replacement (3R-Verfahren - Verfeinerung, Verringerung und Vermeidung) in der Versuchstierkunde eingesetzt werden. So geht es um die Weiterentwicklung von Ersatzmethoden zu Tierversuchen, beispielsweise von Computersimulationen, Organ-Nachbildungen oder permanente Zellkulturen.

Die tierschutz- und gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen Bürgerschaftsfraktion, Christiane Blömeke, sprach von einer "guten Botschaft" für alle. "Menschen und die Wissenschaft profitieren, wenn Tierversuche durch bessere Methoden abgelöst werden. Wir sind auf dem Weg in eine tierversuchsfreie Zukunft."

Im UKE werden im Jahr etwa 30.000 Tiere für medizinische Versuche verwendet - zumeist sind es Mäuse. Den Behörden offiziell gemeldet wurden über 65.000 Tiere, wobei dabei auch etwa Mäuse erfasst werden, die nur der Zucht von Versuchstieren dienen.

Quelle: DPA