"Uhrdaer Lindenschatz": Rund 200 spätmittelalterliche Münzen

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6. Dezember 2019 - 13:40 Uhr

Ein zerbrechliches Keramikgefäß, vollgepackt mit etwa 200 historischen Münzen: Das ist der "Uhrdaer Lindenschatz", auf den eine Jägerin Anfang Oktober per Zufall gestoßen war. Inzwischen ist der Fund von Archäologen fachgerecht geborgen und die Experten haben sich per Röntgenaufnahme einen ersten Überblick verschafft. Nun versuchen sie ihm weitere Geheimnisse zu entlocken.

Bisher wurden 18 Münzen gereinigt, wie das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie in Weimar am Freitag mitteilte. Dabei handle es sich um sogenannte Hohlpfennige - regionales Alltagsgeld aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Sie seien 17 bis 20 Millimeter groß und aus dünnem Silberblech. Geprägt wurden sie in Jena, Gotha, Schleusingen, Naumburg und Saalfeld.

Die Fachleute vermuten, dass der Schatz um 1430 von Bewohnern des später aufgegebenen Ortes Uhrda westlich von Jena vergraben wurde. Zum Wert der Münzen für die Menschen damals zieht Anja Endrigkeit, Sprecherin des Landesamtes, einen Vergleich heran: Ein Huhn habe damals etwa 4 Hohlpfennige, ein Schlachtschwein 120 gekostet. Solche Münzen tauchten immer wieder einmal auf, sagte sie. Der Wert für die Fachleute bestehe vor allem darin, dass es sich um einen geschlossenen Fund handle - der Schatz also komplett und unversehrt geborgen werden konnte.

Dieser Umstand ist seiner Finderin Katjana Hesse zu verdanken: Bei Bodenarbeiten an einer Gruppe von rund 250 Jahre alten Kopflinden im Döbritzscher Pfarrholz war sie auf einige freiliegende Silberlinge gestoßen. Statt aber weiter zu graben, informierte sie die zuständigen Behörden und bewachte den Schatz bis zur sachgerechten Ausgrabung. Dabei wurde das Gefäß samt umliegendem Erdreich in einem Block geborgen und das Vorgehen fotografisch dokumentiert. Anschließend wurden Röntgenaufnahmen angefertigt, um einen ersten Überblick über den Inhalt des Gefäßes und den Umfang des Schatzes zu erhalten.

Die weitere Auswertung des Fundes werde noch Monate dauern, sagte Endrigkeit. Erst danach könne er der Öffentlichkeit in einer Ausstellung präsentiert werden.

Quelle: DPA