UFC-Star kündigt Knockout in 60 Sekunden an

Conor McGregor garantiert die ganz große Show

Conor McGregor feiert sein drittes UFC-Comeback.
© USA TODAY Sports, Jeff Bottari, so6

23. Januar 2021 - 10:42 Uhr

Show-Star mit riesigem Selbstbewusstsein

Ein Jahr nach seinem letzten Kampf kehrt Conor McGregor ins Octagon zurück. Und das selbstbewusster denn je. Das große Geld ist ihm und der UFC bereits sicher. Für den berüchtigten MMA-Kämpfer fahren die Veranstalter die ganz große Bühne im Wüstenstaat auf - und bringen sogar die Zuschauer zurück.

Drittes McGregor-Comeback

Drei Mal hat Conor McGregor seine Handschuhe bereits an den Nagel gehangen, drei Mal kam "The Notorious" zurück. Sein erneutes Comeback beim UFC-Event in Abu Dhabi soll wieder alle Grenzen sprengen. Neben dem ungewohnten Bild einer Kampfsportveranstaltung vor Fans in Zeiten der Pandemie fließt eine Menge Geld. Für den Iren ist der Kampf bei UFC 257 gegen Dustin Poirier zudem ein sportlicher Wegweiser.

McGregors letzter Kampf im Januar 2020 gegen Donald Cerrone in Las Vegas war bereits die erfolgreichste Veranstaltung der UFC in diesem Jahr. Die Zahl der Pay-per-views (PPV) - also die digitalen Eintrittskarten - über ESPN+ und den UFC Fight Pass kletterte auf 1,35 Millionen. Der Preis für eine PPV liegt bei rund 60 Dollar (rund 49 Euro). Gegen den US-Amerikaner Dustin Poirier sollen noch mehr Menschen vor die Bildschirme gelockt werden - einzig die Zeitverschiebung (Beginn 4 Uhr) bleibt eine kleine bittere Pille für MMA-Fans in Europa.

McGregor kündigt K.o. nach 60 Sekunden an

Angeheizt wird das Duell durch die Vorgeschichte der beiden Kämpfer. In Abu Dhabi treffen Poirier und McGregor bereits zum zweiten Mal aufeinander. 2014 siegte McGregor durch technischen K.o. in der ersten Runde. Poirier hat sich seitdem weiter in der Elite der Leichtgewichtsklasse etabliert, McGregor sammelte Titel in zwei Gewichtsklassen - bestritt aber seit 2016 nur zwei Kämpfe. Poirier stieg acht Mal ins Octagon.

Vom oft angesprochenen "ring rust" (englisch für "Ringrost"), den Kämpfer bei längeren Pausen ansetzen, ist bei McGregor nichts zu spüren. "The Notorious" betonte vor dem Kampf, dass er noch besser geworden sei. "Ich bin einfach schneller, gerissener und mental darauf eingestellt. Dazu bin ich definitiv noch besser in Form als damals", sagte er im Interview mit "TheMacLife". Bis dahin sei es ein harter Weg gewesen. Sein ganzes Potenzial sieht der Ire dabei noch nicht ausgeschöpft. Entsprechend kündigte er gegen Poirier einen Knockout nach 60 Sekunden an. Sein Gegenüber rechnet da schon mit einem längeren Spektakel. Poirier erwartet, dass sich beide Kämpfer bereits nach der ersten Runde blutüberströmt gegenüberstehen. "Wenn es so kommt, dann würde mir das auch gefallen", erklärte McGregor dazu.

MMA-Kämpfe leben in der Regel auch von dem verbalen Geplänkel der Fighter im Vorfeld. Auch da zeigen sich die beiden - im Gegensatz zu 2014 - gereift. Abgesehen von den kleinen Spitzen und K.o.-Ankündigungen überwiegt der gegenseitige Respekt. McGregor erklärte den "Trash Talk" zum "Grown Men Talk" und verwies auf die Charity-Aktion, die beide Kämpfer vor dem Aufeinandertreffen bereits ausgemacht hatten. "Es ist unsere Pflicht, etwas zurückzugeben", erklärte er. Profitieren soll Poiriers "The Good Fight Foundation", die McGregor mit einer Spende von 500.000 Dollar unterstützt.

McGregor-Fight: 2000 Zuschauer dürfen in die Halle

Wenn man das übliche Salär des Iren betrachtet, sind das allerdings nur Peanuts. Bereits gegen Cerrone kassierte er am Ende stattliche 30 Millionen Dollar. Während andere Kämpfer eine Antritts- und gegebenenfalls einen Bonus einstreichen, verdient der 32-Jährige zudem bei den PPVs mit. Obendrauf wird auch noch die Whisky-Marke des Käfigkämpfers beworben.

Entsprechend wird das Event in aller Größe im Rahmen der Corona-Maßnahmen aufgezogen. McGregor inszenierte seinen Auftritt selbst. Per Yacht schipperte er im Hafen von Abu Dhabi ein. "Der Sport ist auf dem Vormarsch und ich bin froh, wenn ich die Latte noch etwas höher legen kann", erklärte der Ire dazu. Der Kampf findet in der nagelneuen Etihad-Arena statt. 18.000 Zuschauer fasst die Multifunktionshalle, beim McGregor-Kampf dürfen 2000 Menschen rein. Kein unwichtiger Faktor für den Iren, der auch von der Atmosphäre lebt. UFC-Boss Dana White kündigte bereits an, der alte Conor McGregor sei zurück. "Er stellt mir Fragen, wie das Event aufgezogen wird, wie es in der Arena aussieht und wie sein Einlauf ablaufen könnte. Er ist all-in bei dieser Sache", so White bei ESPN.

Auch sportlich muss McGregor "all-in" gehen. Er gilt zwar als Favorit bei den Buchmachern, doch sein Gegenüber Poirier ist einer der erfahrensten Kämpfer der UFC. Boxtechnik und Schlagkraft sprechen für McGregor, beim Kampf am Boden hatte Poirier in seinen letzten Kämpfen deutliche Fortschritte gezeigt. Die beiden Elite-Kämpfer werden aber wohl beide vorwiegend auf Schlag- und Kick-Kombinationen setzen. Der wohl entscheidende Faktor ist die Ausdauer. Fünf mal fünf Minuten könnte der Kampf dauern. McGregor setzt bei seinen Kämpfen regelmäßig auf einen explosiven Start, dafür ging ihm in den "Championship rounds" - also den Runden 4 und 5 - bereits des Öfteren die Luft aus. Als Makel will McGregor sich das aber nicht anrechnen lassen. Auf der Pressekonferenz vor dem Kampf bezeichnete er diese Annahme als "Mythos" und versprach, ein "Meisterwerk" gegen Poirier abzuliefern.

Fans träumen von Khabib-Rematch

Eine Zusatzmotivation für den Iren dürfte das Statement des im Oktober 2020 zurückgetretenen, von der UFC aber immer noch als Leichtgewicht-Champion geführten Khabib Nurmagomedov sein. Der 32-Jährige war ebenfalls nach Abu Dhabi gereist, um mit UFC-Boss White zu sprechen. Laut White habe der Fighter aus Dagestan gesagt, er wolle "die Gewichtsklasse nicht aufhalten und den Titel blockieren. Ich schaue mir die Kämpfe an, es soll jemand etwas Spektakuläres zeigen. Zeigt mir etwas Spektakuläres! Zwingt mich dazu, zurückzukommen!"

Poirier und McGregor waren beide bereits in Titelkämpfen an Nurmagomedov gescheitert. Die Fehde mit dem Iren endete zwar mit einem Sieg für Khabib, danach heizten sich die Gemüter allerdings auf und der Ring wurde von Anhängern des Dagestani gestürmt. Ein erneutes Aufeinandertreffen würde sicher noch einmal alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen. Bei einem Titelgewinn McGregors wäre es die absolute Kür seiner Karriere, sofern er denn die Pflicht gegen Poirier überhaupt erfüllen kann.

Quelle: ntv.de