UEFA: Neuer Ärger um Hundetötung

Die UEFA spendet erneut 8.600 Euro zum Schutz von Straßenhunden in der Ukraine.
Die UEFA spendet erneut 8.600 Euro zum Schutz von Straßenhunden in der Ukraine.

03. Februar 2014 - 11:00 Uhr

Weltweite Proteste gegen Tötung der Tiere werden lauter

Die Europäische Fußball-Union (UEFA) hat die Ankündigung der Ukraine begrüßt, gegen die Tötung von streunenden Hunden vorzugehen und spendet - wohl im Hinblick auf die Fußball-Europameisterschaft (EM) im kommenden Jahr - 8.600 Euro für den Schutz der Tiere. Den Fans reicht das aber nicht: Sie reagieren mit Vorwürfen und beschimpfen nicht nur die UEFA selbst, sondern machen ihre Kritik über die Hundetötung auch bei Facebook auf diversen anderen Seiten deutlich. Sie beklagen, nicht ihre freie Meinung äußern zu können.

Laut der Tierschutzorganisation PETA werden die Tiere vergiftet, erschossen und teilweise bei lebendigem Leib in mobilen Krematorien verbrannt.

Besonders die EM-Sponsoren Adidas, McDonald's und Carlsberg fürchten einen herben Imageverlust. Tierschützer und andere Nutzer hinterließen auf den Facebook-Seiten der Unternehmen bereits hunderte Kommentare. Laut 'Meedia' erklärte Adidas, man sei "strikt gegen jegliche Form der Tierquälerei".

PETA: Hundetötung wurde nicht beendet

Nach Mahnwachen und Schweigemärschen in europäischen Metropolen, dem via Facebook organisierten Aufschrei von einer halben Million Menschen auf dem Internetportal thepetitionsite.com und einem offenen Brief von Frankreichs prominentester Tierschützerin Brigitte Bardot an den ukrainischen Präsidenten Wiktor Janukowitsch gab es eine erste Reaktion.

Der ukrainische Ministerpräsident Nikolai Asamow hat die Städte und Kommunen des Landes aufgefordert, die Tötungsaktionen zu beenden und Tierquäler hart zu bestrafen.

Dass die Ukraine Wort hält und das Töten der Straßenhunde wirklich einstellt, glaubt PETA aber nicht. Gerade sei ein Team aus Kiew zurückgekehrt habe von weiteren Gräueltaten berichtet. Trächtigen Hündinnen würden ihre Welpen aus dem Leib geschnitten, weil die Behörden nach wie vor eine Kopfprämie von 25 Euro pro getötetem Tier ausloben. Die zuckenden Hundeleiber würden in einer Strichliste erfasst und dann bei lebendigem Leib in ein mobiles Krematorium geworfen, sagte Kampagnenleiterin Carola Schmitt. "Die Tötungen gehen weiter, jetzt in diesem Moment", so Schmitt.

Laut 'Meedia' erhielten die Facebook-Protestler der Aktion "EM 2012 ohne Tiermord" währenddessen eine Abmahnung von Facebook. Sie hatten zum Spammen auf mehreren Seiten aufgefordert. Das Soziale Netzwerk entfernte daraufhin den entsprechenden Beitrag und drohte, auch die Fanseite zu löschen, sollten sich die Protestler nicht an die Allgemeinen Geschäftsbedingungen halten. Die Aktivisten kündigten an, die Produkte der EM-Sponsoren zu boykottieren.

In der Ukraine leben etwa eine halbe Million heimatloser Hunde. Die konsequente Umsetzung eines 'Neuter and Release'-Programms, das unter anderem die UEFA finanziell unterstützt, kann die Population nachhaltig senken. Dieses Konzept beinhaltet die Kastration und tierärztliche Versorgung der Tiere sowie das anschließende Wiederaussetzen im vertrauten Revier. Die Spende der UEFA ist schon die zweite in Höhe von 8.600 Euro. Nach einem Besuch von UEFA-Präsident Michel Platini in der Ukraine war die gleiche Summe bereits im Sommer zur Sterilisierung der Hunde gespendet worden.