Weltmeister Saunders muss Lizenz abgeben

Übler Scherz: Boxer twittert Video-Anleitung zu häuslicher Gewalt

Billy Joe Saunders
© Action Images via Reuters, Matthew Childs, /FW1F/Kenneth Ferris

30. März 2020 - 18:41 Uhr

Geschmackloser Spaß

Der britische Box-Weltmeister Billy Joe Saunders ist vorerst seine Lizenz los. Die Verantwortlichen des nationalen Dachverbands "British Boxing Board of Control" haben damit auf sein Twitter-Video reagiert, indem Saunders während der häuslichen Quarantäne in der Coronakrise sich derbe Späße erlaubte und zu Gewalt gegen Frauen aufrief.

Saunders: "Ich würde häusliche Gewalt niemals dulden"

In dem Social-Media-Video beschrieb er mithilfe eines Boxsacks, wie Männer ihre Lebensgefährtin "am Kinn treffen" sollten. Zudem riet er, der eigenen Frau "ins Gesicht zu spucken", sollte es zu Streit kommen.

Saunders entschuldigte sich am bereits vergangenen Samstag. Er habe Frauen "nicht beleidigen wollen", schrieb er auf Twitter: "Ich würde häusliche Gewalt niemals dulden. Wenn ich sehen würde, wie ein Mann eine Frau auch nur berührt, würde ich ihn fertigmachen. Ich bitte um Verzeihung". Doch das scheint den Verband nicht zu interessieren. Die Kampferlaubnis des 30-Jährigen ist bis zu einer noch nicht terminierten Anhörung ausgesetzt.

In Deutschland wird mehr häusliche Gewalt befürchtet

Der Hintergund ist ernst: Auch Familienministerin Franziska Giffey rechnet mit einer Zunahme häuslicher Gewalt während der Corona-Krise. "Wir haben ganz viele Frauen, die in den Sorgeberufen arbeiten, viele, die jetzt auch in einer schwierigen Situation sind", sagt die Ministerin im Gespräch mit RTL. "Das kann eben dazu beitragen, dass es im häuslichen Umfeld, wenn man eben auch so viel Zeit zuhause ist, die Kinder nicht in Kita und Schule gehen können, ein erhöhtes Konfliktpotenzial gibt und dass es auch zu stärkerer häuslicher Auseinandersetzung kommt, auch zu stärkerer häuslicher Gewalt", so die Ministerin.

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