Überschwemmungen im Osten und Norden - neue Unwettergefahr im Süden

12. Juni 2014 - 16:29 Uhr

Bahnstrecke von Hamburg nach Berlin gesperrt

Hagel zerschlägt Fenster, Häuser laufen mit Wasser voll: Während im Westen ein erstes Ausmaß der Unwetterschäden deutlich wird, wüten nun im Osten und Norden schwere Gewitter. In Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern kam es vielerorts zu Überschwemmungen. Die Fernverkehrsstrecke von Hamburg nach Berlin musste wegen umgestürzter Bäume bis zum Betriebsschluss gesperrt werden. Nach einem Blitzeinschlag war auch die Strecke von Berlin nach Hannover über drei Stunden nicht freigegeben.

Unwetter, Gewitter, Ela
Auf der Insel Usedom sorgten starke Regenfälle für Chaos
© dpa, Stefan Sauer

Im Sauerland ergoss sich Wasser in eine Schule, weil Hagelkörner Fenster auf dem Dach zerstört hatten. Im niedersächsischen Wachenhausen entstand eine Schlammlawine, im Norden Hessens brachten Gewitter Überschwemmungen mit sich. Auch in Rostock waren nach starken Regenfällen mehrere Straßen überflutet. "Teilweise steht das Wasser bis zu 50 Zentimeter hoch", sagte eine Polizeisprecherin.

Und auch für den Süden kann noch keine Entwarnung gegeben werden. So kann es in Teilen Bayerns und Baden-Württembergs auch am Abend und in der Nacht zu Hagelschauern mit Unwettercharakter kommen.

Bahn: Schäden größer als nach 'Kyrill'

Im Westen gehen die Aufräumarbeiten nur schleppend voran. Vor allem in Nordrhein-Westfalen, wo Tief 'Ela' örtlich schwere Verwüstungen angerichtet hatte, ist noch immer mit mit erheblichen Beeinträchtigungen auf Straßen und Schienen zu rechnen. "Die Situation etwa um Essen und Dortmund ist verheerend. Es ist deutlich schlimmer als beim Orkan 'Kyrill' 2007", sagte eine Bahnsprecherin.

Um das Ausmaß abzuschätzen, würden die Strecken inzwischen mit Hubschraubern der Bundespolizei abgeflogen. Anders sei es nicht möglich, sich einen Überblick zu verschaffen. Die Zahl der blockierten Strecken sei trotz Hilfe aus anderen Bundesländern unverändert. 16 evakuierte Züge steckten noch fest. Ein geregelter Bahnverkehr sei unverändert noch nicht möglich. Große Bahnhöfe wie Düsseldorf und Essen sind weitgehend vom Zugverkehr abgeschnitten. Obwohl tausende DB-Mitarbeiter mit großem persönlichen Einsatz an einer Normalisierung der Lage arbeiten, sei noch nicht absehbar, wann die Züge wieder fahrplanmäßig verkehren.

Sechs Menschen waren bei den Hitzegewittern am Montagabend ums Leben gekommen, 67 Menschen wurden verletzt. Das Innenministerium geht davon aus, dass bis zum Wochenende landesweit rund 20.000 Einsätze von Polizei und Feuerwehr zu Buche stehen. Versicherer gehen nach übereinstimmenden Angaben von Schäden in Höhe von 100 Millionen Euro aus.