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Überraschung im Handelsstreit: USA und EU wenden Eskalation ab

Juncker: "Ziel war ein Deal: Wir haben einen Deal gemacht"
Juncker: "Ziel war ein Deal: Wir haben einen Deal gemacht" EU und USA einigen sich im Handelsstreit 01:24

Last-Minute-Einigung beim Krisentreffen

Die Reise des EU-Kommissionschefs Jean-Claude Juncker nach Washington stand unter keinem guten Stern. Im Handelsstreit zwischen den USA und der EU hatte Donald Trump zuvor Zölle auf europäische Autos angedroht, Juncker reiste wenig optimistisch in die US-Hauptstadt. Doch die Reise hat sich gelohnt: Überraschend konnten sich der US-Präsident und der EU- Kommissionschef auf einen konkreten Plan zur Beilegung des Handelskonflikts einigen. 

USA und EU: Zufriedenheit auf beiden Seiten

Sie wollen nun Gespräche über die Abschaffung von Zöllen auf Industriegüter beginnen. Juncker fasste zusammen: Für die EU sind US-Zölle auf Autos vom Tisch, während der laufenden Verhandlungen wird es keine neuen Zölle geben und die Sonderabgaben auf Stahl und Aluminium werden überprüft. Trump verspricht sich von der Einigung mehr EU-Importe von Sojabohnen und Flüssiggas aus den USA.

Trump betonte, man werde nicht gegen den Geist des Abkommens verstoßen. Er ergänzte, man werde das Problem der von den USA verhängten Stahl- und Aluminiumzölle ebenso lösen wie das der EU-"Vergeltungszölle". Damit meinte er Zölle, die die EU schon als Reaktion auf US-Importabgaben verhängt hatte. 

Donald Trump: "Großer Tag"

Der US-Präsident sprach bei einer überraschend anberaumten Pressekonferenz nach dem Treffen von einem "großen Tag". Das Gespräch mit Juncker habe dazu gedient, "eine neue Phase in den Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union einzuleiten. Eine Phase enger Freundschaft, starker Handelsbeziehungen, in denen wir beide gewinnen werden." Bisher hatte Trump die EU in Handelsfragen als "Gegner" der USA bezeichnet. 

Die Bundesregierung begrüßte die Einigung, die zuvor angedrohten Autozölle hätten besonders deutsche Autobauer hart getroffen. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier attestierte Juncker und EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström, diese hätten "großartig verhandelt: Zölle runter, nicht rauf!" Damit würden freier Handel und Millionen Jobs gesichert.

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