Überraschter Martinez will in der Rückrunde durchstarten

Javi Martinez
Javi Martinez will in der Rückrunde bei 100 Prozent sein
Bongarts/Getty Images, Bongarts

Javi Martinez ist endlich angekommen beim FC Bayern. Der Defensivstratege kommt nach anfänglichen Schwierigkeiten im Team von Jupp Heynckes immer besser in Tritt - beim 5:0-Schützenfest gegen Hannover erzielte er sogar seinen ersten Saisontreffer.

Dass der 24-Jährige, der nach großem Transfer-Hickhack im Sommer aus Bilbao für die Rekordablöse von 40 Millionen Euro nach München gekommen war, noch lange nicht alles zeigen konnte, was er drauf hat, begründet er mit der großen Belastung: "Das letzte Jahr war sehr lang und hart. Ich habe mit Bilbao 65 Spiele gemacht, dann eine EM mit Spanien gespielt. Dann hatte ich fünf Tage Urlaub und musste direkt bei den Olympischen Spielen weiterspielen. Ich konnte nach Olympia in London gar keinen Urlaub machen", sagte der Spanier im Bayerischen Fernsehen.

Weil er nicht gewusst habe, in welcher mentalen und physischen Verfassung er sich befinde, "hat sich der Trainer mit mir zusammengesetzt und wir haben einen Plan ausgearbeitet, der vorsah, den Druck nach und nach zu erhöhen", beschreibt Martinez die Anfänge seiner Münchner Zeit. "Ich denke, dass ich mich immer besser fühle und dass es bisher wunderbar geklappt hat."

In der Rückrunde will er die Ankündigung von Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge ("Da sehen wir die vollen 100 Prozent von Martinez") in die Tat umsetzen. "Wir wollen, dass ich im zweiten Teil, nach Weihnachten, wirklich hundert Prozent geben kann. Ich denke, es wird Schritt für Schritt immer besser. Ich bin sicher, dass es für die Rückrunde gut klappen wird."

Martinez: Bundesliga besser als Primera Division

Vom Niveau der Bundesliga zeigte sich Martinez, der in München mit seinem Bruder in einer WG wohnt, nach eigener Aussage "ziemlich überrascht. Es ist gar nicht so einfach, gut zu spielen."

Auch die Fan-Kultur hat es dem Basken angetan. "In Spanien kennt man die Bundesliga gar nicht so gut. Man kennt den FC Bayern, Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen und den FC Schalke, aber die normalen Fans kennen die restlichen Vereine gar nicht. Ich war schon ein wenig überrascht, dass die Stadien hier fast immer voll sind, es gibt hier eine hohe Leidenschaft für den Fußball", so Martinez.

Die Stimmung in der Primera Division könne mit der Bundesliga nicht mithalten. "In Spanien ist die Atmosphäre nicht so gut, es gibt viele leere Stadien."