Überragender Wahlerfolg der finnischen Euro-Kritiker

11. Februar 2016 - 17:14 Uhr

Euro-skeptische Rechtspopulisten stehen vor dem Sprung in die finnische Regierung. Die Partei Wahre Finnen konnte bei den Parlamentswahlen am Sonntag mit 19 Prozent ihr Ergebnis von 2007 mehr als vervierfachen und wird drittstärkste Kraft im Reichstag in Helsinki.

Stärkste Partei sind dort die Konservativen von Finanzminister Jyrki Katainen, die 20,4 Prozent erhielten. Die oppositionellen Sozialdemokraten kamen auf 19,1 Prozent. Als Chef der stärksten Partei kann der 39- jährige Katainen die neue Regierung bilden. Er löst die bisherige Regierungschefin Mari Kiviniemi von der liberalen Zentrumspartei ab. Das Zentrum erhielt nur 15,8 Prozent und war klarer Verlierer der Wahl. Katainen ist zu einer Koalition mit den Wahren Finnen bereit.

Die Rechtspopulisten sind strikt gegen den EU-Stabilitätspakt mit Hilfen an überschuldete Länder wie Griechenland, Irland und Portugal. Sie verlangen Verschärfungen bei der Ausländerpolitik, das Verbot gleichgeschlechtlicher Ehen sowie ein umfassendes Abtreibungsverbot.