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Überlebende berichten von Massaker in Kenia: "Ich habe mich mit Blut eingerieben"

Überlebende berichten von Massaker in Kenia: "Ich habe mich mit Blut eingerieben"

Christen und Muslime getrennt

Die islamistische Shabaab-Miliz hat ein schreckliches Blutbad an einer Universität in Kenia anrichtet, das sich offenbar gezielt gegen Christen richtete. Überlebende berichten, dass die Angreifer Christen und Muslime trennten. Dann erschossen sie die Christen, einen nach dem anderen. Knapp 150 Menschen starben, mindestens 79 Studenten wurden schwer verletzt, die meisten wurden bei der Flucht von Schüssen getroffen.

Überlebende berichten von Massaker in Kenia: "Ich habe mich mit Blut eingerieben"
Helfer stützen verletzte Studentin nach Attentat auf Uni in Kenia.
dpa, Dai Kurokawa

Hellen hat das Massaker überlebt. Zehn Stunden lang war sie in der Universität gefangen und musste mit ansehen, wie 40 ihrer Freunde von den Angreifern erschossen wurden. 20 Männer und 20 Frauen - alle in den Kopf. Sie ist noch am Leben, weil sie sich tot stellte: "Ich habe mich mit dem Blut meiner Freundin eingerieben, mein Gesicht darin getränkt."

Levin ist zusammen mit seiner kleinen Tochter entkommen. Er erzählt, dass die Terroristen die Studenten zwangen, Koranpassagen zu rezitieren. Wer das nicht konnte, wurde hingerichtet. "Die Toten waren alle Christen."

Nur das Rote Kreuz hat noch Zutritt zu dem von Soldaten bewachten Universitätsgelände. Mit LKW werden dort die Leichen abtransportiert. Sobald diese Arbeiten abgeschlossen sind, soll das Gelände für immer geschlossen werden. Die schrecklichen Erinnerungen der Überlebenden werden allerdings bleiben.