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"Über die Toten in der Sahara redet keiner" - Flüchtlinge am Knotenpunkt im Niger

RTL-Reporterin Nicole Macheroux-Denault berichtet aus dem Niger

Jeden Montag kurz vor Sonnenuntergang jagen Geländewagen mit bis zu 6.000 Menschen raus aus der kleinen nigrischen Wüstenstadt Agadez, rein in die Sahara. Für 1.500 Euro pro Flüchtling. Es ist eine der schwierigsten Etappen für die Migranten auf dem Weg nach Italien. "Wir verdienen gutes Geld damit, aber die Risiken sind ja auch groß", sagt einer der Schleuser. Er und seine Kollegen sind berüchtigt für den harten Umgang mit den Flüchtlingen.

"Über die Toten in der Sahara redet keiner" - Flüchtlinge am Knotenpunkt im Niger
Das Geschäft mit den Flüchtlingen in Agadez boomt.

Einer von ihnen ist Nasi Sahid aus Togo. "Ich habe eigentlich nur einen Traum", sagt er. "Ich möchte irgendwann ein Haus besitzen, das ich mir erarbeitet habe. Aber in Togo gibt es gar keine Jobs."

Boomendes Geschäft mit den Flüchtlingen

"Vor drei Jahren gab es hier in Agadez noch nicht einmal einen Geldautomaten. Heute sind es sieben Banken", berichtet RTL-Afrika-Korrespondentin Nicole Macheroux-Denault über das boomende Geschäft mit den Flüchtlingen.

Von ihnen schaffen es die wenigsten wirklich nach Italien. Tausende hängen in Libyen fest, viele sterben auf dem Weg. "Es wird so viel über die Toten im Mittelmeer berichtet", sagt Bürgermeister Rhissa Feltou. "Doch es sterben mehr Menschen in der Sahara. Darüber redet aber keiner." Europa erlebe nur die Spitze des Eisberges, wie ein Blick nach Agadez beweise.

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