Über 83.000 weniger Kreuzfahrt-Passagiere in Hamburg

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8. November 2019 - 12:40 Uhr

Nach Jahren mit immer neuen Rekordzahlen ist der Kreuzfahrt-Boom in Hamburg erst einmal zu Ende. In den ersten neun Monaten kamen 171 Kreuzfahrtschiffe mit gut 684.000 Passagieren in den Hamburger Hafen, teilte der Senat in seiner Antwort auf eine Anfrage des CDU-Abgeordneten Ralf Niedmers mit. Das sind 83.300 Passagiere weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung darüber berichtet.

Für das Gesamtjahr erwartet der Senat rund 800.000 Passagiere, gegenüber 915.000 im vergangenen Jahr. Für die Jahre 2020 und 2021 sei von einem etwa gleichbleibenden Niveau auszugehen.

Der CDU-Hafenpolitiker Niedmers sieht in dem Rückgang der Passagierzahlen "ein Alarmsignal und eine Vorstufe zu politischem Managementversagen von Rot-Grün im Hamburger Hafen". Der Senat hingegen erklärte, das Kreuzfahrtschifffahrtsgeschäft unterliege gewöhnlich Schwankungen, auf welche die Marktteilnehmer eingestellt seien. "Das hohe Niveau der erwarteten Passagiere ist ein Indikator für die positiven volkswirtschaftlichen Auswirkungen der Kreuzschifffahrt auf Tourismus und Hafen." Cruise Gate Hamburg, die zuständige Tochtergesellschaft der Hafenbehörde HPA, wollte sich zunächst nicht äußern.

Hamburg hat von dem globalen Kreuzfahrt-Boom überdurchschnittlich stark profitiert. Zwischen 2015 und 2018 erhöhten sich die Passagierzahlen um 73 Prozent. Hamburg ist sowohl als Start- und Endpunkt von Kreuzfahrten für Reedereien und Passagiere interessant als auch als Zwischenstopp. Weltweit ist der Markt für Kreuzfahrten weiterhin auf Wachstumskurs.

Quelle: DPA