Über 280 000 Menschen mit "Stütze" im Alter

22. Mai 2020 - 13:11 Uhr

Rund 283.300 Menschen haben in Nordrhein-Westfalen Ende 2019 Grundsicherungsleistungen im Alter oder bei voller Erwerbsminderung bekommen. Die Zahl der Empfänger nach dem Sozialgesetzbuch XII ist damit im Jahresvergleich nahezu konstant geblieben, wie das Statistische Landesamt am Freitag mitteilte. Sie stieg im Jahresvergleich nur knapp um 0,4 Prozent.

Mehr als die Hälfte der Bezieher, rund 55 Prozent, bekamen die Grundsicherung im Alter. Im Durchschnitt waren sie 74,4 Jahre alt. Die anderen gut 45 Prozent erhielten Leistungen aufgrund ihrer dauerhaften vollen Erwerbsminderung.

Trotz der kaum veränderten Zahl warnte der Sozialverband VdK NRW davor, sich im Kampf gegen Altersarmut vorzeitig zurückzulehnen. "Auch wenn sich die Zahl der Empfängerinnen und Empfänger diesmal nur leicht erhöht hat, steigt sie dennoch konstant von Jahr zu Jahr", sagte der Vorsitzende Horst Vöge laut Mitteilung. "Sie brauchen dringend unsere Solidarität - gerade angesichts der Auswirkungen der Corona-Krise." Er forderte einen unbürokratischen Aufschlag von 100 Euro für die Empfänger existenzsichernder Leistungen.

Knapp über die Hälfte (53 Prozent) aller Leistungsbezieher waren Frauen. Gut ein Fünftel aller Hilfeempfänger hatte eine ausländische Staatsbürgerschaft. Der durchschnittliche Nettobedarf pro Person erhöhte sich nach Angaben der Statistiker im Jahr 2019 um 2 Prozent auf 514 Euro.

Quelle: DPA