Über 200 traumatisierte syrische Flüchtlinge in Berlin behandelt

© dpa, Sebastian Backhaus

26. Dezember 2014 - 12:51 Uhr

2014: 34.000 Syrer stellen Asylantrag in Deutschland

Etwa 220 Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien sind 2014 im Berliner Behandlungszentrum für Folteropfer betreut worden. "Unser Syrien-Akut-Programm läuft jetzt zum Jahresende aus, aber die Hilfe für traumatisierte Flüchtlinge wird in einem anderen, nicht an Nationalitäten gebundenen Programm fortgesetzt", sagte Tinja Schöning vom Behandlungszentrum.

Vor gut einem Jahr war die Akuthilfe für Syrer angelaufen: Vor allem Asylbewerber aus Syrien suchten bisher die Unterstützung, die bis zu sechs Monate gewährt wird. "Vielen war aber auch schon mit ein, zwei Beratungsgesprächen geholfen", sagte Schöning. "Der Anteil der Kontingentflüchtlinge bei den Hilfesuchenden war wesentlich geringer, wahrscheinlich weil die Lebensumstände in Deutschland für sie etwas stabiler sind."

Bund und Länder hatten im Juni beschlossen, 20.000 syrische Bürgerkriegsflüchtlinge aufzunehmen. Diese sogenannten Kontingentflüchtlinge werden nicht in der Asylbewerber-Statistik erfasst, die meisten kommen bei Familienangehörigen in Deutschland unter. Bisher sind mindestens 8.000 eingereist. Daneben stellten seit Jahresbeginn mehr als 34.000 Flüchtlinge aus Syrien einen Asylantrag in Deutschland.

Viele Flüchtlinge aus Syrien sind traumatisiert. Wichtig ist es den Therapeuten des Behandlungszentrums, auch die Kinder zu erreichen. "Traumatisierte Kinder 'verschwinden' oft in den Unterkünften, es ist schwer an sie ranzukommen, denn die Eltern sind erstmal mit anderen Dingen beschäftigt", berichtete Schöning. Ein Problem sei, dass die Unterbringung der Flüchtlinge immer schwieriger werde. Soziale Stabilität sei jedoch immens wichtig für den Umgang mit Traumata, sagte Schöning. "Je größer die Unsicherheit, desto prekärer wird es für die Patienten."