Über 160 Flüchtlinge sterben bei Schiffsunglück im Mittelmeer

15. September 2014 - 20:56 Uhr

36 Schiffbrüchige gerettet

Nach dem Kentern eines Flüchtlingsbootes vor der libyschen Küste sind mehr als 160 Menschen ums Leben gekommen. Das berichtete die libysche Nachrichtenseite 'Al-Wasat' unter Berufung auf die Marine. Mindestens 36 Schiffbrüchige seien gerettet worden. Das Unglück ereignete sich unweit der Hafenstadt Tadschura rund 20 Kilometer östlich der libyschen Hauptstadt Tripolis.

Insgesamt hätten rund 200 Flüchtlinge aus verschiedenen afrikanischen Ländern versucht, mit dem Boot illegal nach Europa zu gelangen, hieß es. Die Küstenwache würde vor Ort die Bergung übernehmen. Erst Ende August war es vor der libyschen Küste zu einem ähnlich schweren Unglück mit mehr als 200 Toten gekommen.

Menschenschmuggler nutzen die Wirren der Milizenkämpfe in Libyen, um Migranten zur italienischen Insel Lampedusa knapp 300 Kilometer nördlich der libyschen Küste zu bringen. Das nordafrikanische Land befindet sich seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi 2011 in politischem Chaos. Die Küstenwache ist nach eigenen Angaben mit der Sicherung der Küsten überfordert.